Über diese Mauer spricht ganz Landsberied. Inzwischen

Unternehmer hält sich nicht an Vorgaben

Über diese Mauer spricht ganz Landsberied

Landsberied - Die Mauer von Landsberied teilt zwar nicht das Dorf, erhitzt aber die Gemüter. Sie war bis zu 2,50 Meter hoch. Erlaubt sind aber nur 50 Zentimeter. Nun ist die Bauaufsicht eingeschaltet.

Ein örtlicher Bauunternehmer hatte sich eine grobe Abweichung vom Bebauungsplan erlaubt. Bis zu 2,50 Meter hoch ragte das Bauwerk im neuen Gewerbegebiet Am Leitenberg in den Himmel. Deshalb sorgt die Mauer auch im Gemeinderat für Aufregung.

Der Unternehmer hatte den Grund von der Gemeinde gekauft, um eine Lagerhalle und ein Wohnhaus zu bauen. Dann entstand das Stein-Bollwerk. Erlaubt sind dort an den Grundstücksgrenzen laut Bebauungsplan aber nur Erhöhungen bis zu 50 Zentimetern.

Johannes Trischberger (CSU/WDG) sprach im Gemeinderat von einer „Festung“. Ihn hatte der Grundstücksnachbar des Bauunternehmers auf die Mauer aus massiven Steinen aufmerksam gemacht. Trischberger warf einen Blick in den Bebauungsplan und informierte sofort Bürgermeisterin Andrea Schweitzer (FW/Einigkeit). Die schaute sich das Ganze vor Ort an und sprach mit dem Mauer-Erbauer. Der habe sich relativ uneinsichtig gezeigt, so Trischberger. Vielmehr habe er sich über die Plan-Festsetzungen beschwert. Ihm gehe es nicht darum, den Bausünder persönlich anzugreifen, betonte Trischberger. Er echauffiert sich aber über die Vorgehensweise und die drastische Überschreitung der Vorgaben: „Das ist in meinen Augen ein No-Go und eine Dreistigkeit hoch drei. Dann brauchen wir gar keinen Bebauungsplan mehr.“

Helmut Hoffmann (Grüne) sagte: „Wir haben uns beim Bebauungsplan schon etwas gedacht. Veräppeln lassen wir uns nicht.“ Liegenschaftsreferent Johannes Bals fügte hinzu, es könne nicht jeder „eigenmächtig drauflos bauen“.

Die Angelegenheit liegt nun beim Landratsamt. Vertreter der Kreisbehörde waren bereits vor Ort. Der Bauherr hatte die Mauersteine in der Zwischenzeit nach dem Gespräch mit Trischberger teilweise abgetragen und in Treppenbauweise wieder aufgeschichtet. Zudem hat er einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes gestellt.

Für Rathauschefin Andrea Schweitzer ist nun das Landratsamt als zuständige Bauaufsichtsbehörde am Zug: „Wir als Gemeinderat können uns grün und blau ärgern – aber es ist eine Geschichte des Landratsamtes.“

Die Möglichkeit, dass der Gemeinderat den Verstoß durch eine Planänderung nachträglich heilt, besteht grundsätzlich, scheint aber bei der Stimmungslage im Gremium eher unwahrscheinlich. „Der Gemeinderat steht hoffentlich hinter dem Bebauungsplan“, sagte Andrea Schweitzer abschließend.

von Fabian Dilger

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