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Freudige Überraschung beim Jubiläumsturnier: Der Kreisvorsitzende des Bayerischen Landessport-Verbandes (BLSV) Steffen Enzmann überraschte die Vorsitzende des Reitclubs, Janine Hardi (l.), mit einer Urkunde.

Tierisches Jubiläum

Reitclub seit 50 Jahren auf Trab

Fürstenfeldbruck - Sie fühlen sich pudelwohl – nicht nur auf dem Rücken der Pferde, sondern auch in Landsberied. Heuer feiern die Mitglieder des Reitclubs Fürstenfeldbruck das 50-jährige Bestehen ihres Vereins. Doch dieser war, wie der Name schon sagt, nicht immer in dem kleinen Dorf ansässig.

Vor 20 Jahren wurden die Pferde in Anhänger verladen, denn es hieß umziehen. Damals war der Reitclub Fürstenfeldbruck noch in der großen Kreisstadt zu Hause. Aber man konnte sich 1995 mit dem neuen Pächter des Areals am Kloster nicht einigen. Also hieß es Koffer packen. Die Reitanlage Hillmeier am Schlossberghof in Landsberied sollte die neue Heimat werden.

„Hier auf dem Schlossberghof fühlen wir uns pudelwohl“, sagt die Vorsitzende des Clubs, Janine Hardi (38). Vor allem unterstütze die Familie sie unermüdlich bei allen Aktivitäten. So auch bei dem großen Turnier, das die etwa 100 überwiegend weiblichen Mitglieder unlängst zur Feier des 50-Jährigen ausrichteten. Rund 300 Gäste wurden in Lansberied versorgt. Sportlich stand das Voltigieren im Mittelpunkt. Dabei werden turnerische und akrobatische Übungen auf dem Rücken des Pferdes ausgeführt, das sich an einer Longe im Kreis bewegt. Auf diesen Sport hat man sich spezialisiert. Doch das war nicht immer so.

Früher gehörte das Übungsgelände in unmittelbarer Nähe des Klosters Fürstenfeld zu den Besitztümern der Wittelsbacher. Jahrelang wuchsen hier Jungpferde für die Kavallerie heran. Erst später erwarb die Stadt das gesamte Areal. Die Arztfamilie Meider hatte einen Teil des Geländes gepachtet, einen Stalltrakt und eine kleine Reithalle errichtet.

Um als Stall bekannt zu werden und an Turnieren teilzunehmen und diese selbst auszurichten, musste man einen Verein gründen. 1965 war es dann so weit: Zusammen mit dem damaligen Brucker Polizeidirektor Adolf Oskar Fink, der ein Pferdekenner war, wurde der Reitclub Fürstenfeldbruck aus der Taufe gehoben. Man wollte vor allem Kindern und Jugendlichen den Voltigier-, Reit- und Fahrsport ermöglichen. 1966 besiegelte man die Gründung mit einem großen Fest. Weil eine Halle und Außenplätze fehlten, begnügte man sich in den ersten Jahren mit Stallmeisterschaften und Reiterfesten.

In den 1970er- und 80-er-Jahren zählte der Club zu den großen Turnierveranstaltern in Oberbayern. Jährlich, später im Zweijahres-Turnus, gingen auf der Anlage drei- bis viertägige Reit- und Fahrturniere über die Bühne. Zum „Motor“ avancierte der langjährige Vorsitzende Julius Ehrenreich. In dieser Zeit engagierte sich auch das Ehepaar Ludwig und Lieselotte Baumann, sowie der Landtagsabgeordnete Manfred Hölzl, die Ehrenmitglieder wurden.

Seit den 1980er-Jahren rückte dann das Voltigieren immer mehr in den Vordergrund. Heute widmen sich 90 Prozent der Mitglieder diesem Sport. Und eines ist der Vorsitzenden besonders wichtig: „In unserem Verein arbeiten alle ehrenamtlich. Jeder hilft jedem.“ Das scheint zu funktionieren. Nach dem Jubiläumsturnier fragten die Turnierrichter Hardi, ob der Reitclub nicht Interesse an einer Austragung größerer Meisterschaftsturniere hätte. (Dieter Metzler)

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