Willy ZauserDer Mammendorfer starb im Alter von 84 Jahren. repro: akk

Nachruf

Er lebte für Familie und Fußball

Mammendorf – Er ist Gründungsmitglied beim SV Mammendorf. Bald wäre der früher leidenschaftliche Fußballer für 70 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt worden. Doch nun ist Willy Zauser im Alter von 84 Jahren verstorben. Um den Uhrenmacher trauern seine Lebensgefährtin Erika, die Kinder Willy, Beate und Sabine mit ihren Familien.

„Er war der erste Mammendorfer mit Schiedsrichter- und Trainerlizenz“, berichtet Tochter Beate Daubner stolz. Seine sportliche Ausbildung absolvierte Willy Zauser an der Sportschule in Grünwald. „Willy war der erste, der in Mammendorf regelmäßige Trainings einführte“, weiß der ehemalige Vorsitzende Erwin Wieser. „Seine Prioritäten lagen in erster Linie im konditionellen und disziplinären Bereich.“

Zauser blieb dem SVM über Jahrzehnte treu. Er wurde sogar durch die Ehrenmitgliedschaft gewürdigt. „Sein Interesse für den Verein und die Mitglieder ließ auch nicht nach, als er von Krankheit gezeichnet und er auf den Rollstuhl angewiesen war“, betont Wieser. Doch der SV war nicht der einzige Ortsverein, in dem sich Willy Zauser engagierte. Der Familienvater war auch Mitglied im Fischereiverein, bei den Stockschützen, Schützen, bei den Veteranen- und Kameraden, im Obst- und Gartenbauverein und im Gesangverein. Zauser hatte also immer alle Hände voll zu tun.

Seine Kinder werden ihn aber vor allem so in Erinnerung behalten: „Unser Papa war ein geradliniger Mensch mit Prinzipien. Gerechtigkeitssinn und Hilfsbereitschaft waren für ihn keine leeren Worte, er lebte sie“, erzählen Sohn und Töchter.

Willy Zausers Wegbegleiter lernten ihn als humorvollen, engagierten und disziplinierten Menschen kennen, der bis ins hohe Alter aktiv war. 30 Jahre lang, bis ins 80. Lebensjahr, reiste er im Wohnmobil nach Südfrankreich, pflegte mit Hingabe seinen Garten, ging angeln und räucherte die Fische, die er gefangen hatte.

Der gelernte Elektriker konnte schon als Geselle Erfahrungen mit elektrischen Großuhren und Schaltgeräten sammeln. „Daraus entstand seine Leidenschaft für mechanische Uhren“, berichtet Tochter Beate Daubner. 1965 gründete er zusammen mit seiner Frau Anni das Uhren- und Schmuckgeschäft Zauser, das er nach dem Tod seiner Frau an Tochter Sabine übergab. So richtig trennen wollte er sich aber nicht von dem Handwerk. Bis vor kurzem reparierte er weiterhin mit Vorliebe alte Regulatoren und Uhren.

Trotz oder wegen vieler Schicksalsschläge: Willy Zauser war eine Kämpfernatur. „Als er 23 Jahre war, starb sein Vater, seinen Bruder verlor er 1945 im Krieg, unsere Mama starb im Alter von 60 Jahren an Krebs“, erzählen die Kinder. Dennoch resignierte Willy Zauser nie. Er behielt sich stets einen bewundernswerten Humor. Sein Wunsch, bis zuletzt zu Hause bleiben zu können – umsorgt von seiner Partnerin und den Kindern – konnte ihm erfüllt werden. (akk)

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