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Steht seit Ende 2014 leer: die Druckerei an der Lise-Meitner-Straße in Gernlinden.

Es ist ein Gewerbepark geplant

Leerstehende Groß-Druckerei ist verkauft

Gernlinden - Seit Ende 2014 steht die Societäts-Druckerei leer. Jetzt hat eine Projektentwicklungsgesellschaft die Immobilie gekauft.

Die BEOS AG mit Hauptsitz in Berlin hat das Produktionsareal mit einer Nutzfläche von etwa 16.000 Quadratmetern erworben. Die Produktions-, Lager- und Büroflächen sind 15 Jahre alt. Die Gesellschaft will umbauen und dann Flächen vermieten. Zudem sei Neubaupotenzial vorhanden, wie es in einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt. Man wolle nun neue Mieteinheiten schaffen: „Die Gewerbeflächen sollen kurzfristig durch neue Mieter nach- beziehungsweise umgenutzt werden“, heißt es von Seiten der AG. Wegen der technischen Ausstattung seien die Einheiten für produzierende Unternehmen besonders geeignet.

Bürgermeister ist verhalten positiv

Das Unternehmen hat Haus und Grund von der Societäts-Druckerei gekauft, die den Betrieb am Standort Gernlinden zum Jahresende 2014 geschlossen hatte. Das war auch für die Gemeinde ein Schock: Die Druckerei war einer der größten Gewerbesteuerzahler Maisachs.

Es ist zu erwarten, dass an der Lise-Meitner-Straße 7 umgebaut werden muss. Das Gebäude ist naturgemäß stark auf die Bedürfnisse einer Druckerei zugeschnitten. Vor einem Jahr hatte Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU) im Gespräch mit dem Tagblatt betont, wie schwierig es sein werde, einen Nachnutzer oder Käufer zu finden: „Keine Fenster, keine Zwischenböden – da sind Abriss und Neubau wahrscheinlich günstiger als ein Umbau“, sagte Seidl damals.

Dass die Vermittlung nun doch so schnell geklappt hat, freut den Rathauschef. „Es ist gut, dass dort wieder Arbeitsplätze angeboten werden.“ Auch mit Blick auf die Gewerbesteuereinnahmen – Maisach braucht jeden Euro, um die hohen Investitionen in Bauprojekte finanzieren zu können – spricht er von einer „positiven Entwicklung“.

Zusatzbau im Norden wäre genehmigt

Trotzdem äußert sich Seidl etwas zurückhaltend. Denn er weiß noch nicht, welche Arten von Gewerbe angesiedelt werden sollen. Das habe Auswirkungen auf Verkehrsströme und Emissionen. Von einem bald stattfindenden Gespräch mit dem Käufer erhofft er sich weitere Informationen.

Zum von BEOS angesprochenen Neubaupotenzial sagt der Rathauschef, dass der Bebauungsplan eine Erweiterung vorsehe. Möglich sei im hinteren Teil des Areals ein weiteres Gebäude in gleicher Höhe. Darüber hinaus werde der Gemeinderat aber nicht noch mehr Baurecht schaffen. Der Rathauschef hatte vor einem Jahr angedeutet, dass die Gemeinde, um den Leerstand zu beenden, den Bebauungsplan ändern könne. Damit war aber nur eine Teilung der Flächen gemeint, keine Baurechtserweiterung. „Die Möglichkeiten sind dort sowieso mehr als ausgenutzt“, sagt Hans Seidl.

Die BEOS AG will einstweilen keine weiteren Fragen zu ihrer Investition in Gernlinden beantworten. Ein Projektmanager teilt zumindest mit, dass die Flächen ab Juli frei sind, die Vermietung sei angelaufen. Sobald die ersten Verträge abgeschlossen seien, gebe man gerne Auskunft.

von Helga Zagermann

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