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Beim Baumschneiden: Maria Drexl (18) aus Hattenhofen will den elterlichen Betrieb übernehmen.

Forstlicher Wettbewerb am Jexhof

Lehrlinge sägen um die Wette

Schöngeising - Bei Forstlichen Wettbewerb auf dem Jexhof mussten sich 51 Landwirtschaftslehrlinge mit Spaten und Kettensäge kniffligen Aufgaben stellen.

Schon von Weitem sind die Motorengeräusche zu hören, es riecht nach Holz und Benzin. Viele junge Menschen stehen mit roten Wangen und in orangerot-dunkelgrüner Schutzkleidung in Grüppchen zusammen und beobachten, wie ihre Mitstreiter Kerben in einen dicken Baumstamm schneiden. „Fallkerbanlage und Fällschnitt am Stock“ nennt der Fachmann das. Der gefällte Baum knickt über die Kerbe in die gewünschte Richtung und fällt so, dass niemand verletzt werden kann. So die Theorie.

Weil für die 51 Lehrlinge aber nicht einfach 51 ausgewachsene Bäume bereitgestellt werden konnten und sich das an einem Stumpf genauso gut üben lässt, zeigen die Lehrlinge ihr Können hier an den etwa einen Meter hohen Stammstücken. Alle zwei Jahre findet der forstliche Wettbewerb statt.

Die Teilnehmer sind Landwirtschaftslehrlinge aus den Landkreisen Bruck, Dachau und Landsberg, die im zweiten oder dritten Lehrjahr sind und sich bereits mit Forstwirtschaft auseinandergesetzt haben. Teilweise kommen sie aus einer Familie mit Forstwirtschaft, jetzt wollen sie in den Betrieb einsteigen. Viele bedienen die Kettensäge routinemäßig.

Eine von ihnen ist Maria Drexl, eine der wenigen Frauen beim Wettbewerb. Gerade hat sie den theoretischen Test mit Fragen zur Sicherheit beim Forsten, Baumarten und Schädlingen hinter sich gebracht, jetzt geht es ans Sägen. Das kennt sie schon von Zuhause: Die 18-Jährige will den elterlichen Betrieb übernehmen. Den Fällschnitt mit der Kerbe hat sie daheim noch einmal geübt, jetzt hofft sie auf eine gute Platzierung. Denn zu Hause ist der Baum immer so gefallen, wie sie das wollte.

Ein bisschen geübt hat auch Fabian Mader. Der 23-Jährige war schon ein paar Tage vor dem Wettbewerb mit den anderen Dachauer Teilnehmern am Jexhof, da wurden ein paar Proben gemacht. Dementsprechend zufrieden ist der Erdweger jetzt mit dem Ergebnis: Die Fallrichtung habe zwar nicht ganz gestimmt, aber ansonsten habe alles gepasst.

Wie sein Mitstreiter Andreas Brunner aus Rummeltshausen (Kreis Dachau) erklärt, sei aber eine andre Übung schwieriger. Dabei deutet der 18-Jährige auf einen liegenden Stamm, unter dem eine Holzplatte liegt. In die dürfen die Lehrlinge nicht hineinsägen: Das simuliert, dass sie im echten Leben mit der Säge nicht ins Erdreich hineingeraten sollen.

Bei Philipp Schwarz (17) daheim gibt es ebenfalls ein bisschen Wald, der Mammendorfer kann das Wissen also auch für seine Zukunft brauchen. Für ihn geht es jetzt ans Sägen, entschlossen setzt er sich den Schutzhelm auf, nimmt die laufende Motorsäge vom Boden und macht einen Kombinationsschnitt. Erst schneidet er von unten halb durch einen liegenden Stamm, dann setzt er oben an und zieht die Kerbe durch, die Holzscheibe fällt zu Boden. 23 Sekunden und ein fast glatter Schnitt, das gibt ein großes Lob von den Prüfern. Das freut Schwarz, der gerne gewinnen würde.

Preise wie Schnittschutzhosen und Spezialbenzin holen sich aber andere ab. Dustin Bauer aus Greifenberg-Beuern (Kreis Landsberg) wird Erster vor Benedikt Fröhlich-Erhard aus Ronsberg (Kreis Ostallgäu, Ausbildungsbetrieb im Kreis Landsberg) und Thorben Mahlendorf aus Lenzkirch (Baden-Württemberg, Betrieb im Kreis Landsberg) sowie Florian Mokosch aus Moorenweis, der bei Josef Unglert in Puchheim in die Lehre geht.

von Maria-Mercedes Hering

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