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Sie geben Kraft (vorne v.l.): Maria Ries, Dagmar Warsönke, Ulrike Eissele, Marion Loller, (hinten v.l.) Ursula Hasmiller-Barekas, Margret Leitmeier, Doris Steinerstrauch, Bettina Hauzenberger, Rosi Weßbecher und Gudrun Burger. 

Hospizgruppe am Brucker Klinikum

Leid und Tod sind ihre ständigen Begleiter

Menschen auf dem letzten Lebensabschnitt zu begleiten, für sie und ihre Angehörigen da zu sein – das haben sich die Mitglieder der ehrenamtlichen Hospizgruppe am Brucker Klinikum zur Aufgabe gemacht.

Fürstenfeldbruck Außenstehenden erscheint diese Arbeit vielleicht oft belastend, doch die Helferinnen selbst empfinden sie als bereichernd. „Am besten beschreibt man es mit Da-Sein“, sagt Ulrike Eissele, die Leiterin der Hospizgruppe. „Da-Sein für den kranken Menschen und für die Angehörigen.“ Sie sitzt mit neun anderen Helferinnen in einem Stuhlkreis im Tagungsraum des Klinikums, wo der Ehemann von Ulrike Eissele als Chefarzt tätig ist.

Fast alle haben sich zum monatlichen Treffen eingefunden, nur zwei sind verhindert. Auf einem Tisch stehen Schnittchen und Erdbeeren. In der Mitte des Stuhlkreises erinnern Teelichter in einer mit gelbem und blauem Papier geschmückten Schale an die Verstorbenen der letzten Wochen. Später werden sie die Kerzen anzünden und „die Menschen zurückgeben in Gottes Hand“, wie Ulrike Eissele sagt.

Bei den Treffen geht es darum, mit dem Erlebten der letzten Zeit abzuschließen und über Schwierigkeiten zu sprechen, die vielleicht aufgetreten sind. „Eine gute Psycho-Hygiene ist wichtig.“ Jede der Helferinnen – der einzige Mann in der Gruppe hat aus beruflichen Gründen aufgehört – soll gut für sich sorgen. Emotionale und psychische Belastbarkeit ist Voraussetzung für die Hospizarbeit, ebenso wie eine stabile persönliche Lebenssituation.

Wenn die Helferinnen zu ihren wöchentlichen Einsätzen auf die Palliativstation kommen, wissen sie nie, was sie erwartet. Ob sie einem Schwerkranken vorlesen werden, ihm beim Essen helfen oder den Pflegekräften assistieren. Ob sie bei einem Sterbenden am Bett sitzen, seine Hand halten und ihn allein durch ihre Anwesenheit beruhigen. Ob sie ihm zuhören, weil er noch etwas loswerden möchte. Oder ob sie einem Verstorbenem Rosenblätter aufs Bett streuen – ein Ritual, das üblich ist.

Wer nicht ganz so nah am Patienten arbeiten möchte, kann viele andere Aufgaben übernehmen: in der Küche helfen, Schränke aufräumen, sich um Blumenschmuck kümmern, Botengänge erledigen. „Diese Tätigkeiten sind genauso wichtig“, sagt Ulrike Eissele. Der oftmals schnelle Wechsel der Patienten macht es den Helferinnen leichter, sich emotional abzugrenzen. Und anders als bei der ambulanten Betreuung von Schwerkranken daheim ist die Palliativstation ein neutraler Raum. „Das hier ist gut zu bewerkstelligen“, sagt Dagmar Warsönke. Da die wöchentlichen Einsatzstunden von vornherein klar definiert sind, „muss ich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich wieder gehe.“

Wer wie Bettina Hauzenberger auch schon im ambulanten Hospizdienst gearbeitet hat, empfindet den Unterschied deutlich. „Zu Hause betreut man manchmal jemanden über Monate“, erzählt sie. „Da ist man viel näher dran.“ Auch zu den Angehörigen entwickelt sich eine engere Beziehung – und die hinterher zu kappen, ist unter Umständen schwierig, aber notwendig.

Obwohl die Hospizhelferinnen ständig mit Leid und Tod konfrontiert sind, erleben sie bei ihrer Arbeit auch viele schöne Momente – die Wertschätzung durch die Pflegekräfte etwa, die über die Unterstützung froh sind. Und die Dankbarkeit der Angehörigen. „Das ist es, was wir mitnehmen“, sagt Ursula Hasmiller-Barekas, während die Mitarbeiterinnen um sie herum zustimmend nicken. „Man hat immer ein gutes Gefühl, wenn man geht.“ os

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