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Hatte sichtlich Spaß: Tagblatt-Mitarbeiterin Ulrike Osman fuhr auf dem Wagen der Jesenwanger mit.

Hoch auf dem Wagen

Mittendrin bei der Leonhardifahrt

Fürstenfeldbruck - Die Leonhardifahrt einmal nicht als Zuschauer sondern Teilnehmer zu erleben, ist etwas ganz Besonderes. Tagblatt-Mitarbeiterin Ulrike Osman hat den Perspektiv-Wechsel gemacht. Und erlebte dabei gleich eine doppelte Premiere.

Prächtige Gespanne, Reiter in historischen Kostümen, über 200 Pferde, Blaskapellen und beste Stimmung – bei herrlichem Wetter rollte die Leonhardifahrt durch die Brucker Innenstadt. Traditionell mit dabei: der Festwagen des Freundeskreises St. Willibald aus Jesenwang. „Wir fahren jedes Jahr in Bruck mit, und der Brucker Stadtwagen kommt zu uns zum Willibaldsritt“, erzählt Leo Schmid.

Er sitzt auf dem Kutschbock und ist ein bisschen aufgeregt, denn für eines seiner Pferde ist heute Leonhardi-Premiere – es erlebt zum ersten Mal Blasmusik, Trommeln und Zuschauer. Die beiden Kaltblutstuten Bella und Betti aus eigener Zucht müssen Nerven und viel Muskelkraft beweisen. Die brauchen sie, denn außer Schmid sitzen zehn Fahrgäste im Wagen, darunter Bürgermeister Erwin Fraunhofer, einige Gemeinderäte und die Vorstände des Willibaldvereins.

Stolze Rösser: Die kräftigen Kaltblüter ließen sich auch von der Blasmusik vor und hinter ihnen nicht aus der Ruhe bringen.

Als weiter vorne die Musik zu spielen beginnt, setzt sich der antike Truhenwagen aus Holz auf seinen Eisenrädern rumpelnd in Bewegung. Bella und Betti zeigen sich von dem Lärm unbeeindruckt. Gemächlich trotten sie hinter den Spieltruppen und Gespannen her. Der Weg führt sie aus der Fürstenfelder Straße Richtung Innenstadt, über die Amperbrücke und durch Brucks gute Stube. Links und rechts der Hauptstraße drängen sich die Zuschauer hinter Absperrungen, unzählige Handys halten Ausschnitte des Schauspiels fest: das Wagerl mit der Leonhards-Figur zum Beispiel, das Ochsengespann des Edigna-Vereins aus Puch oder den Spielmannszug Schleißheimer Schlosspfeiffer in historischen blau-rot-weißen Uniformen.

Das Ochsengespann: Das antike Gefährt des Edigna-Vereins aus Puch ist immer ein Höhepunkt.

Auf dem Kopfsteinpflaster der Hauptstraße werden die Insassen der Festwagen ordentlich durchgeschüttelt, vom Willibaldswagen kracht gar das kunstvolle Blumengesteck herunter. Zum Glück kann Vroni Schmid, die zu Fuß neben dem Gespann läuft, es unversehrt wieder anhängen.

Viele Anwohner der Innenstadtstraßen haben ihre Fassaden mit weiß-blauen Bannern geschmückt und verfolgen das Spektakel vom Balkon aus. Auf dem Wagen entdeckt man derweil die Stadt ganz neu. „Man sieht erst jetzt so richtig, was für schöne alte Häuser es hier gibt“, sagt Martin Schmid, Vorsitzender des Willibaldvereins. Sein Vorgänger und jetziger Vize Josef Drexler hat die Leonhardifahrt schon Dutzende Male mitgemacht, doch langweilig wird sie ihm nie. „Auch wenn man noch so oft mitgefahren ist, es ist immer wieder ein Erlebnis.“ In der Puchermühlstraße gerät der Zug dann ins Stocken. Die Pferde in der Schöngeisinger Straße müssen auf den Randstein, weil sich dort ein Krankenwagen durchschiebt. Ein Mann hat einen Kreislaufzusammenbruch erlitten und muss abgeholt werden. Aber auch das verläuft reibungslos – alle bleiben gelassen.

Auf dem Parkplatz An der Lände ist schließlich Endstation. Bella und Betti werden vom Willibaldswagen abgehängt und an eine kleinere Kutsche gespannt. Sie müssen noch nach Jesenwang zurück laufen. Leo Schmid ist stolz auf seine Pferde. Zur Belohnung wird er den beiden am Abend eine Riesenportion Rübenschnitzel servieren. (Ulrike Osman)

So schön war die Leonhardifahrt

FFB,Sa.24.10.2015,FOTO WEBER, Leonhardifahrt,
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So schön war die Leonhardifahrt

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