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Wie schon im letzten Jahr war der Märchenwagen bei der Leonhardifahrt nicht dabei. Die Pferde waren vor Beginn durchgegangen und hatten ein Auto gerammt.

Unfall bei Brucker Leonhardifahrt

Schon wieder: Märchenwagen auf Amok-Fahrt

Fürstenfeldbruck - Wie schon im letzten Jahr ist es vor der Leonhardifahrt in Fürstenfeldbruck am Samstag zu einem Zwischenfall gekommen. Vier Kaltblüter, die den Märchenwagen der Stadt zogen, gingen durch. Sie rammten ein Auto und beschädigten ein Fahrrad.

Vom Pech verfolgt scheint der Märchenwagen der Stadt zu sein. Eigentlich hätte der mit Märchenmotiven bemalte Truhenwagen nach seiner Restaurierung erstmals bei der Leonhardifahrt am Samstag dabei sein sollen. Doch wie schon im Vorjahr scheuten vor Beginn des Traditionsumzugs die Pferde. Ein Tier wurde verletzt, das Gespann fehlte beim Umzug. Eigentlich hätten die Ministranten auf dem Wagen Platz nehmen sollen. Die Kinder mussten aber nicht wie nach dem Unfall im letzten Jahr zu Fuß gehen, sie wurden kurzfristig auf andere Gespanne verteilt.

Schwere Rösser schrammen am 5er-BMW entlang

Doch was war eigentlich passiert? Laut Polizei war das Gespann gegen 14 Uhr auf der Schöngeisinger Straße auf dem Weg zum Aufstellen für den Umzug. Plötzlich gingen die vier schweren Rösser durch. Halb auf dem Gehweg, halb auf der Fahrbahn, stürmte das Gespann Richtung stadtauswärts. Warum sich die Kaltblüter so erschreckt haben, dass sie nicht mehr zu bremsen waren, ist unklar. Der Kutscher (34) und seine Helfer brachten die Tiere jedenfalls erst wieder unter Kontrolle, nachdem der Wagen ein Auto gerammt hatte.

Dessen Fahrer hatte noch versucht auszuweichen, doch Pferde und hölzerner Wagen schrammten an der gesamten rechten Seite des 5er-BMW entlang. Außerdem rannten die Pferde auch noch ein abgestelltes Fahrrad über den Haufen. Nach ihrer rund 50 Meter langen Flucht kamen die Tiere etwa auf Höhe von Zweirad Fischbeck zum Stehen. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 5000 Euro.

Blutlache auf der Straße

Menschen kamen bei dem Unfall nicht zu Schaden, auch wenn sich der ein oder andere Passant wegen einer Blutlache auf der Straße Sorgen gemacht haben dürfte. Die stammte allerdings von dem Pferd, das sich leicht am Bein verletzt hatte.

Die Pferde gehören dem Fuhrunternehmen aus dem Chiemgau, das auch schon im Vorjahr den Wagen im Auftrag der Stadt ziehen sollte. Ob es sich um dieselben Pferde und denselben Kutscher handelt, die schon vor der letzten Leonhardifahrt Probleme hatten, will Sophie Trnka von der Stadtverwaltung klären.

Stadt will mit Fuhrunternehmen Ursache klären

 „Wir werden mit dem Unternehmen sprechen und eine Lösung finden“, sagte Trnka am Sonntag. Schließlich soll der Märchenwagen im nächsten Jahr endlich am Umzug teilnehmen können. Auch mit der Versicherung des Fuhrunternehmens müsse der Fall abgeklärt werden. Trnka: „Zum Glück wurde niemand verletzt und es gibt nur Sachschaden.“

Dass es vor dem Umzug einen Unfall gab, dürften wohl die wenigsten Zuschauer bemerkt haben, glaubt Brucks OB Klaus Pleil. Die Leonhardifahrt konnte wie geplant stattfinden. Pleil: „Es musste niemand zu Fuß laufen.“ Helmut Prabst, der den Wagen letztes Jahr restauriert hat, war allerdings schon traurig, dass das schöne Stück wieder nicht mitfahren konnte. „Ich habe mich gewundert, warum er nicht dabei war“, sagt der Brucker. Dass noch weitere Bürger den Wagen vermisst haben, hat Marktreferent Markus Droth bemerkt. „Mich haben schon ein paar Leute gefragt, wo der Märchenwagen ist.“ Er hofft, dass das Glück dem Gefährt nächstes Jahr wieder hold ist. Auch das Wetter hätte besser sein können. Droth: „Die Leonhardifahrt war aber trotzdem schön.“ (mav)

Die Leonhardifahrt konnte aber wie geplant stattfinden.

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