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Bei seinem Abschiedskonzert im PUC hat Albert C. Humphrey noch einmal alles gegeben. Nach 40 Jahren verabschiedet sich der Blues-Bertl von der Bühne.

Abschiedskonzert

Der letzte Auftritt vom Blues-Bertl

Puchheim Vor 40 Jahren hatte er seinen großen Auftritt: In der Marthabräuhalle gab er sein erstes großes Blueskonzert. Nun hat sich Albert C. Humphrey von seinen Fans verabschiedet. Im PUC stand der Blues-Bertl das letzte Mal auf der Bühne.

Seit seinem ersten Auftritt im Brucker Land ist viel Wasser die Amper runtergeflossen, doch zwischendurch gab er immer wieder Konzerte im Landkreis – auf der Sternagl-Musikbühne im Brucker Unterhaus und zuletzt 2007 im Gröbenzeller Stockwerk. „Eigentlich wollt’ ich mein Abschiedskonzert in Bruck geben, doch leider hat des aus verschiedenen Gründen net hinghaut, es hot irgendwie net sollen sein“, sagt der Blues-Bertl mit dem charmanten bayrischen Slang.

Zwei Jahre lang habe er sich um eine Auftrittsmöglichkeit in Bruck bemüht und ist schließlich zum Abschiedskonzert in Puchheim aufgeschlagen: Am Freitag Abend gab er sein, wie er sagt, allerletztes Blueskonzert im PUC. „Ich freu’ mich sehr, meine real old Bluesfans aus Bruck wiederzusehen“, verriet er vor dem Showdown.

Die Latzhose mit dem roten Taschentücherl, das immer aus seiner hinteren Hosentasche herausbaumelte, hat er vor vielen Jahren schon abgelegt – wahrscheinlich passt er in dieses Relikt auch längst nicht mehr rein. Albert C. Humphrey hat ein paar Kilo zugelegt, aber auch seine Stimmbänder sind gereift und im besten Sinne des Wortes in die Jahre gekommen. Kurz vor dem Auftritt hat er nochmal abgespeckt: „Mein Abschied von der Bluesbühne schmerzt mich so sehr, dass ich die letzten Tage sogar etwas abgenommen habe, weil ich penetrant daran denken musste“, erzählt er.

 Seinem Ruhestand schaut der 64-Jährige mit gemischten Gefühlen entgegen: „Die meisten Menschen freuen sich ja, wenn sie sich nach über 40 Jahren Arbeit in den Ruhestand verabschieden, um endlich das zu tun, was ihnen Spaß macht.“ Humphrey weiß aber, dass er so gesehen – rein von der Arbeit her – echt Glück hatte, denn: „Als freischaffender Künstler hatte ich seit vielen Jahren die Möglichkeit, genau das zu tun was mir Spaß macht, nämlich den Blues zu leben.“

Und außerdem hat er schon andere Projekte ins Auge gefasst, die er künftig verfolgen will: „In naher Zukunft möchte ich die vielen Gedichte, die ich mein ganzes Leben lang geschrieben habe, zusammenstellen und daraus ein Buch machen.“ Oder am Science-Fiction-Buch weiterschreiben, das er vor Jahren angefangen hat. Und reisen will er auch noch. Zum Beispiel in seine Heimat Californien, um dort endlich mal alte Schulfreunde wiederzusehen. „Ich hab schon so viel von der Welt gesehen, aber von meinem eigenen Land noch so wenig“, sagt er.

In Puchheim begeisterte Albert C. Humphrey mit Titeln seiner vorletzten Scheibe „Suitcase full of Blues“, in Begleitung seiner langjährigen Musikerfreunde, den „Roots of Blues“ – Hubert Hofherr (Harp), Carly Braun (Bass) und Mano Maniak (Gitarre). Seinem Motto, handgemachten Blues unter die Menschen zu bringen, blieb er auch in Puchheim treu wie eh und je, weil: „Der gute alte Blues ist das einzig Wahre! Denn Blues ist Leben; und das Leben ist Blues!“ (akk)

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