Fly-Out an diesem Sonntag um 14 Uhr

Die letzten Flugzeuge verlassen den Fliegerhorst

Fürstenfeldbruck - Aus und vorbei: An diesem Sonntag um 14 Uhr verlässt das letzte Flugzeug den Brucker Fliegerhorst. Alle Versuche der Piloten, doch noch bleiben zu dürfen, sind gescheitert. Damit endet die historische Ära der Fliegerei in Bruck für immer. Die letzten Piloten wollen sich aus der Luft von Bruck gebührend verabschieden.

 Die Bundeswehr-Sportfliegergemeinschaft und die Flugsportgemeinschaft FFB müssen ihren Flugbetrieb zum 31. Dezember einstellen. Ihr Vertrag endet und der Bund als Eigentümer will das Gelände an die Gemeinde Maisach weitergeben. Sie will unter anderem auf diesem Areal Ausgleich dafür schaffen, dass einige Meter weiter die Firma BMW streng naturgeschützte Flächen nutzen darf.

Die Piaggio.

Die Flieger hadern mit der Abfuhr gerade aus dem Maisacher Gemeinderat. Martin Schifferer, Vorsitzender der Bundeswehr-Sportflieger, ist überzeugt: Damit vergibt sich die Region die Chance, zum Aushängeschild im Katastrophenschutz zu werden. Denn von Fursty aus startete zuletzt auch die Luftrettungsstaffel der Regierung von Oberbayern. Als Waldbrandbeobachter hatte diese Staffel im heißen Sommer 2015 Rekordeinsatzzahlen. Insgesamt gab es zuletzt 4000 Flugbewegungen pro Jahr. Viele davon waren vom leisen Segelflugbetrieb verursacht, sagt Schifferer – ein Klacks gegenüber dem, was zum Beispiel in Jesenwang geflogen werde.

Martin Schifferer

Derzeit wird viel eingepackt auf dem Fluggelände. Einer der beiden Shelter ist schon geräumt. Beim Transport hilft die Reservisten-Arbeitsgemeinschaft Historische Bundeswehrfahrzeuge, die nach einer Gnadenfrist spätestens Ende März ebenfalls den ehemaligen Fliegerhorst verlassen muss. „Wir übergeben am 31. unsere Flächen besenrein“, verspricht Schifferer. Das Ausfliegen (fly-out) der fünf Motorflieger, der vier Segelflugzeuge und des Motorseglers aber steht jetzt an: die letzten Maschinen verlassen Fursty am Nachmittag des kommenden Sonntags. Die Zeit drängt etwas. Denn wenn das Wetter in den letzten Dezembertagen nicht passen sollte, stünde strenggenommen der Straßentransport der Flugzeuge an. Start ist um 14 Uhr. Mit der Do 27 und der Piaggio P149 D „Piggy“ fliegen die Piloten eine abschließende Schleife über die Stadt Bruck in der Mindestflughöhe von rund 300 Metern und verabschieden sich in Richtung der umliegenden Flugplätze.

Schifferer ist ob des Abschieds nicht verbittert. Aber er ist traurig. Denn in Fursty wurde er Dank der Bundeswehr-Sportflieger vom Fußgänger zum Piloten. Er startete schon zu Zeiten des Jagdbombergeschwaders 49 mit dem Alpha Jet vom Fliegerhorst und besuchte auch mit dem Tornado von Lechfeld aus immer wieder seine militärisch-fliegerische Wiege.

Auch später als Fluglehrer in der Partnerstadt Wichita Falls riss die Verbindung zu Bruck nie ab. „Das Zusammenpacken in diesen Tagen ist mit viel Herzschmerz verbunden, auch wenn ich das vor lauter Arbeit mental noch gar nicht verarbeiten konnte“, so der ehemalige Luftwaffensoldat. Dass er einmal derjenige sein werde, der in einer – offiziell noch der Bundeswehr gehörenden – Piaggio zum allerletzten take off in Fursty startet, hätte er jedenfalls nie gedacht. " Kasten

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