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Wissen, was Krieg bedeutet (v. l.): Ridwan, Manar, Bahaa und Serag aus Syrien.

Brucker Lichterkette

Mit Kerzenschein gegen den Krieg

Fürstenfeldbruck - Hunderte Bürger haben sich am Brucker Hauptplatz getroffen, um gemeinsam ein Zeichen für den Weltfrieden zu setzen. Sie bildeten eine Lichterkette. Viele von ihnen hatten ähnliche Gründe, an der Aktion teilzunehmen.

Trotz Wind blieben die meisten Kerzen an, die die Besucher mitgebracht hatten. Vor der Sparkasse sammelte sich die Gruppe – laut Michaela Bock (Vorsitzende des Eine Welt Zentrums, das die Aktion organisiert hatte) waren es 260 Menschen. Nach vier kurzen Reden, unter anderem vom städtischen Integrationsreferenten Willi Dräxler, verteilten sich die Bürger Richtung Amperbrücke und Rathaus. Bis ganz oben am Hauptplatz reichte die Besucherkette allerdings nicht, was auch daran gelegen haben mag, dass sich die Gäste – unter ihnen Kinder, Flüchtlinge, Erwachsene und Senioren – vor der Sparkasse dicht drängten.

Wollte Gesicht zeigen: Thomas Brückner.

Gekommen waren die Teilnehmer aus ähnlichen Gründen. „Mir ist bewusst geworden, wie gut es mir doch geht, und ich will Anteilnahme zeigen. Schließlich sind wir alle Menschen, egal woher wir kommen“, sagte beispielsweise Vincent Schröder (21, Student) aus Emmering im Hinblick auf die Flüchtlings-Thematik. Er kam mit seiner Mutter Gabi Schröder, die ihn auf die Aktion aufmerksam gemacht hatte. „Ich will das Gefühl haben, ein Teil der Gemeinschaft zu sein“, sagte sie.

Navin Fernando (30) aus Gernlinden, dessen Vater aus Sri Lanka stammt, meinte: „Ich hatte bisher keine Schwierigkeiten mit Fremdenhass, möchte aber ein klares Zeichen setzen.“ Auch der Brucker Thomas Brückner wollte Gesicht zeigen. „Man muss den derzeitigen Spannungen etwas entgegensetzen. Asylbewerber machen mir keine Angst, der Rechtsruck schon.“ Wenn er mit solchen Äußerungen im Bekanntenkreis auf Skepsis stoße, hab er eine einfache Antwort: „Was würdet ihr denn machen, wenn ihr in so einer Kriegs-Situation wärt?“ Seiner Meinung nach sind Zäune und Waffengewalt keine Lösung.

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Ein leuchtendes Zeichen für den Frieden

Eben vor Gewalt und Verfolgung sind Ridwan (22), Manar (20), Bahaa (17) und Serag (16) geflohen. Vor wenigen Monaten kamen sie aus Syrien nach Deutschland. Derzeit leben sie in Puchheim. In ihrem neuen Alltag hat eines oberste Priorität: Die jungen Männer wollen Deutsch lernen. Nach Bruck sind sie gekommen, weil sie ein Zeichen setzen wollten. Für den Frieden, hier und in ihrer Heimat.

Angi Kiener


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