Über 500 Teilnehmer haben sich in Puchheim im Februar zur Lichterkette formiert. Anne Peiffer-Kucharcik hofft, dass die Aktion in Olching auf eine ähnlich große Resonanz stößt.

Lichterumzug

Olching leuchtet für mehr Toleranz

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Olching will ein Zeichen gegen Fremdenhass und Ausgrenzung setzen. Deshalb rufen die Kirchen am Montag, 7. Dezember, zu einem Lichterumzug auf. Anne Peifer-Kucharcik (evangelischer Kirchenvorstand), die gemeinsam mit Sonja Wellnhofer (Pfarrgemeinderat) die Demonstration organisiert, erklärt, was geplant ist.

Frau Peiffer-Kucharcik, im Februar gab es in Puchheim eine Lichterkette. Hat das die Olchinger zu der Aktion inspiriert?

Nein. Der Anstoß dazu kam vor zwei Monaten, nach der Info-Veranstaltung der Stadt zum Thema Asyl im Gymnasium. Etliche Mitglieder vom Kirchenvorstand und vom Pfarrgemeinderat waren auch da. Sie waren entsetzt über so manche Äußerung, die dort gefallen ist.

Damit meinen Sie sicherlich die Äußerung eines Besuchers, der vorschlug, die Flüchtlinge nach Dachau zu bringen und einen Zaun drumherum zu bauen? 

Ja, genau. Da muss man doch was machen, dachten wir uns. Man muss ein Zeichen setzen, dass die große Mehrheit in Olching mit Menschen aus aller Herren Länder friedlich zusammenleben will, dass es keine Fremdenfeindlichkeit vor Ort gibt. So ist die Idee entstanden. Die Genehmigung haben wir erst vor einigen Tagen bekommen.

Was genau ist geplant?   

Wir treffen uns an der evangelischen Kirche um 19 Uhr. Alle mit Kerzen und so viele wie möglich.

Stichwort Kerzen: Muss man die selbst mitbringen? Was ist, wenn man spontan mitmachen möchte? Für spontan Entschlossene haben wir selbstverständlich auch Kerzen da (lacht).

Sie treffen sich also vor der Johanneskirche und dann? 

Dann gehen wir die Hauptstraße entlang bis zur Kirche am Nöscherplatz. Wenn wir genug sind, dann wollen wir eine Lichterkette machen. Davor begrüßt der Bürgermeister die Teilnehmer und die Percussion-Gruppe des Gymnasiums tritt auf.

Wird die Hauptstraße für den Umzug gesperrt?

Ja, halbseitig, voraussichtlich von 19 bis 20 Uhr. Polizei und Feuerwehr unterstützen uns und sorgen dafür, dass alles geordnet abläuft. Autos werden umgeleitet.

Machen bei dem Lichterumzug auch Flüchtlinge mit? 

Das wäre toll. Wir freuen uns über jeden, der kommt. Die Erfahrungen zeigen, dass die Asylbewerber mitmachen, wenn ehrenamtliche Helfer sie mitnehmen. Dann kommen sie sehr gerne. Und es spielt Diappo, eine Trommlergruppe, die aus Flüchtlingen besteht.

Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie?

Ehrlich gesagt, wir haben keine Vorstellung wie viele kommen werden. Wir hoffen aber auf ganz, ganz viele. Es geht schließlich darum, ein Zeichen zu setzen, dass die große Mehrheit den Asylbewerbern positiv gegenüber steht. Jeder ist eingeladen, mitzumachen – auch Nicht-Olchinger. (ed)

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