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Lichtspielhaus

Kino-GmbH macht Förderer zu Statisten

Drei Jahre nach dem Kauf ist eine Vorentscheidung gefallen: Die IG Lichtspielhaus darf höchstwahrscheinlich das alte Kino betreiben. Sie setzte sich mit ihrem Konzept gegen den Förderverein durch.

Fürstenfeldbruck Ab Herbst soll es im alten Lichtspielhaus an der Maisacher Straße wieder großes Kino geben. Den Zuschlag für ihr Konzept erhielt die erst vor wenigen Monaten gegründete Interessengemeinschaft (IG) – auch wenn die endgültige Bestätigung durch den Stadtrat noch aussteht. Die Entscheidung im Kultur- und Werkausschuss fiel aber bereits mit deutlicher Mehrheit.

Für Beobachter mögen die drei Jahre wie ein langer Prozess mit vielen, vielen Irrungen und Wirrungen ausgesehen habe. Doch die Stadt sei in dieser Zeit keineswegs untätig gewesen, sagte Kulturreferent Klaus Wollenberg (FDP). In dieser ganzen Zeit habe es mindestens 30 Termine, Gesprächsrunden und Besprechungen gegeben, erinnerte sich Wollenberg, der die lange Vorlaufzeit positiv beurteilte: „Auch bei Fürstenfeld hat sich die lange Diskussion gelohnt.“ Er dankte ausdrücklich den Bürgermeistern Erich Raff (CSU) und Karin Geißler (Grüne), dass sie das von Noch-OB Klaus Pleil initiierte Projekt fortgeführt hätten.

Vor der nichtöffentlichen Entscheidung im Kultur- und Werkausschuss hatten sowohl Förderverein als auch IG noch mal ausführlich Gelegenheit, ihr Konzept zu erläutern. Von der Art der angestrebten Nutzung unterscheiden sich die Vorstellungen nicht gravierend. Beide Gruppierungen wollten an den meisten Tagen einen Kinobetrieb mit Arthouse-Filmen (Streifen, die außerhalb der großen Studios mit geringem Budget und ohne große Spezialeffekte gedreht werden) einrichten und regelmäßig anderen kulturelle Veranstaltungen einen Platz einräumen.

Der große Unterschied: Bei der IG übernimmt nun mit der Münchner Arena-Filmtheater GmbH ein professioneller Betreiber den Kinobetrieb und das wirtschaftliche Risiko. Einer der Gesellschaften ist Markus Eisele aus Geltendorf. Nur wegen der Synergieeffekte, die man als Unternehmen habe, habe man sich überhaupt getraut, den Hut in den Ring zu werfen, sagt er. Arena betreibt bereits vier ähnlich gelagerte Programmkinos, etwa die alte Brauerei Stegen. „Die Technik ist unsere Sache“, nannte Eisele als Beispiel. Als mögliche Unternehmensform für den Lichtspielhaus-Betrieb schwebt der IG eine Unternehmensgesellschaft mit den Gesellschaftern Stadt, und Arena GmbH vor. Eisele hofft, dass man innerhalb von drei Jahren in die schwarzen Zahlen kommt. Als Beispiel nannte er ein Kino in Gera, das seine Firma ebenfalls nach Stillstand wieder in Betrieb genommen hat.

Noch unklar ist, wie es nun mit dem Förderverein weitergeht. Er hatte unter der Regie des parteilosen OB-Kandidaten Thomas Lutzeier den Erhalt des mittlerweile denkmalgeschützen Lichtspielhauses erst in Gang gebracht. Bei der Debatte hatten die Stadträte an die beiden Parteien appelliert, womöglich in Zukunft zusammenzuarbeiten. Klaus Wollenberg bat die Unterlegenen, sich nach der ersten Enttäuschung trotzdem weiterhin für das Lichtspielhaus zu engagieren. Dafür scheinen die Gräben im Moment allerdings noch zu tief zu sein. Die IG hatte sich hauptsächlich aus ehemaligen Fördervereins-Mitgliedern konstituiert, die mit der Arbeit im Verein nicht zufrieden waren. Eine Fusion werde sicher nicht angestrebt, sagt IG-Sprecher Josef Greppmair. Mitglieder des Fördervereins könnten aber „gerne übertreten“. Lutzeier geriet über die Entscheidung so in Rage, dass er sie als „Verhöhnung“ der Brucker Bürger bezeichnete.

Fabian Dilger

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