Ein Prosit auf den Jubilar: Zum 80. Geburtstag von Rolf Marquardt (2.v.r.) gratulierten Emmerings Vize-Rathauschef Christofer Stock (l.), Brucks amtierender Bürgermeister Erich Raff (2.v.l.) und Landrat Thomas Karmasin (r.). foto: weber

Historischer Verein

Loblied auf den tiefschürfenden Liberalen

Emmering/Fürstenfeldbruck -  Er sieht maximal aus wie 60, ist jetzt aber 80 Jahre alt geworden: Rolf Marquardt aus Emmering, Hobby-Archäologe und FDP-Urgestein, konnte sich über viele Gratulanten freuen.

Vielleicht, weil der Jubilar auch immer noch aussieht wie gerade mal 60, verfiel einer der Gratulanten auf den Gedanken, die Jahre auf französisch zu zählen, denn im Nachbarland kennt man die Zahl 80 nicht. „Vier (mal) zwanzig“ wurde Rolf Marquardt also vor wenigen Tagen und eine kleine, aber illustre Gäste-Schar versammelte sich aus diesem Anlass im Stadtmuseum zu einem Empfang. Der Historische Verein hatte zu Ehren seines langjährigen Arbeitskreis-Leiters für Vor- und Frühgeschichte zu Sekt und Buffet geladen und zwei prominente Festredner gewonnen, die auch zu den langjährigen Weggefährten des Geburtstagskindes aus Emmering gehörten: Bayerns Ex-FDP-Wirtschaftsminister Martin Zeil und Walter Irlinger, der stellvertretende Chef des Landesamtes für Denkmalpflege.

Parallele zu Seehofer

Die Laudatio auf den Politiker Marquardt hielt dessen Parteifreund Zeil, der Geradlinigkeit und Beharrlichkeit des Geehrten lobte und an dessen 39 Jahre im Bezirkstag und 36 Jahre im Kreistag erinnerte. Und diese ganze Zeit in einer Partei, die es Mitgliedern und Wählern nicht immer leicht gemacht, dafür immer größtmögliche Distanz zur absoluten Mehrheit gehalten habe. Der frühere stellvertretende Ministerpräsident erkannte sogar eine Gemeinsamkeit zwischen Horst Seehofer und Marquardt: Die Modell-Eisenbahn als Dauerbaustelle im Keller. Daneben galt es einen Mathematiker zu würdigen, der auf einer Reise in einer richtigen Eisenbahn durch Sibirien die Geschwindigkeit anhand der Kilometer-Schilder errechnete (und laufend durchsagte). Und einen Hobby-Historiker, der seinen Hund Caesar nannte und folglich eine Biographie über ihn verfasste.

Den Archäologen in Marquardt würdigte der hauptamtliche Denkmalpfleger Irlinger. Wenigen anderen sei es auf ähnliche Weise gelungen, Archäologie sowohl zu praktizieren als auch zu vermitteln. Sei es als Ausgräber im frühmittelalterlichen Emmeringer Gräberfeld, als Initiator und Leiter der Abteilung für Kelten, Römer und Bajuwaren im Stadtmuseum, als Herausgeber und Autor zahlreicher Publikationen. Wohl um nicht zu würdevoll zu werden, schlüpfte der Mann vom Landesamt aber in die Rolle eines Archäologen des 22. Jahrhunderts, der anhand von Fotos die Trachtgeschichte seiner Vorgänger um die Jahrtausendwende rekonstruierte. Sie zeigten zufällig immer denselben Mann, der – ob auf dem Feld, im Bagger oder am Rednerpult – stets in ein Sakko gekleidet war. Nur ein Bild, offenbar an einem Festtag aufgenommen, zeigte diesen Rolf Marquardt in einer Windjacke. (Olf Paschen)

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