Lohndumping in der Kreisklinik Fürstenfeldbruck

Fürstenfeldbruck - Hilfspflegekräfte werden in der Kreisklinik wie Reinigungspersonal bezahlt. Im Kreisausschuss wurden deshalb kritische Stimmen laut.

Teile des Personals in der Klinik sind nicht direkt beim Kommunalunternehmen angestellt, sondern bei einer Tochterfirma. Und die zahlt einen schlechteren Tarif als die Klinik selbst.

Betroffen sind unter anderem Angestellte der Verwaltung, Putzkräfte und eben Pflegehilfskräfte. SPD-Kreisrat Herbert Kränzlein bezeichnete es als „pikant“, dass diese aus dem besseren Tarif herausfallen. „Wir brauchen faire Gehälter.“ Dies umso mehr, als an der Klinik absoluter Pflegenotstand herrsche und die wirtschaftliche Situation des Krankenhauses positiv sei. „Wenn die Lage gut ist, ist es berechtigt, darüber nachzudenken, wer daran teilhaben darf.“

Silvia Huttenloher (Grüne) erinnerte daran, dass die Vergütungen für Reinigungspersonal in der zweituntersten Tarifschiene überhaupt liegen. „Wir sagen immer, dass die Leute von ihrem Gehalt leben können sollen. Und dann machen wir als öffentliche Hand so etwas.“

Klinikchef Stefan Bauer bat darum, auf „soziale Verlautbarungen“ und „Schlagwörter“ zu verzichten. Das Tochterunternehmen zahle etwas über dem Tarif und biete andere Vorteile, sodass die Gehälter nicht unbedingt schlechter sein müssten als die des öffentlichen Dienstes. Das Hauptproblem sei die Altersvorsorge. Der Arbeitgeber müsse unterscheiden zwischen examinierten Angestellten und Hilfskräften, die ungelernt seien oder nur eine kurze Ausbildung erhalten hätten. Im Übrigen sei diese Art der Handhabung an Kliniken üblich - einer Aussage, der Herbert Kränzlein widersprach. „Es gibt Kliniken, die ohne Ausgliederungen zurecht kommen.“

Zur Gründung der Tochterfirma war es vor einigen Jahren unter anderem deshalb gekommen, weil sie Vorteile bei der Umsatzsteuer bringt. Reinigungsarbeiten waren vorher fremdvergeben.

Nach der Debatte verabschiedete der Kreisausschuss auch einen Beschluss. Demnach wird dem aus Kreistags-Politikern zusammengesetzten Klinik-Verwaltungsrat „empfohlen“, die Besoldung der Hilfspflegekräfte und die Lohnstruktur generell „zu diskutieren“. Der Rat tagt nicht öffentlich.

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