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Tim Halkin hat privat sein kleines Reich im Brunnenhof in Fürstenfeldbruck. Beruflich ist der US-Amerikaner in einer anderen Welt daheim.

Zu Besuch bei einem Filmproduzenten

In Hollywood zuhause, in Bruck dahoam

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Wäre er ein Filmstar, könnte er nicht so geruhsam im Herzen seiner Brucker Wahlheimat leben. Dabei ist Tim Halkin in Hollywoods Film-Metropole zuhause – allerdings hinter den Kameras. Der 58-Jährige produziert TV-Serien und verhandelt laufend mit den Studiobossen in Los Angeles.

Fürstenfeldbruck – „Die Nibelungen“, Ken Folletts „Die Säulen der Erde“ und „Last Impact (Der Einschlag)“ gehören zu Halkins erfolgreichsten Produktionen. 2005 war er mit „Dragon’s World“ sogar für einen Emmy nominiert, verlor aber gegen die zweite Staffel von „Star Wars“. Derzeit bereitet er eine für das US-Fernsehen vorgesehene Serie vor. Handlungsort: Miami. „Take two“ spielt in der Latino-Szene Floridas, wo ein Privatdetektiv und eine Schauspielerin Verbrechern auf der Spur sind. 13 Teile sind aktuell geplant, Drehbeginn ist bereits im Spätherbst.

Tim Halkin lebt acht Mal im Jahr für mehrere Wochen in Hollywood

Tim Halkin ist der Executive Producer. Das heißt: Er stellt die Weichen bei der Finanzierung des Projekts, verhandelt mit den großen Studios und TV-Anstalten (in Deutschland hauptsächlich mit Sat1 und Pro7). Weshalb er momentan ständig am Pendeln zwischen L.A. und Bruck ist, wo er seit neun Jahren mitten drin eine Wohnung im Brunnenhof hat.

Nach seinem Marketing-Studium und einem ersten Job an der New Yorker Metropolitan Oper wurde er von Münchens Intendant August Everding nach Deutschland geholt und später von RTL-Chef Helmut Thoma gefördert. Schließlich arbeitete er für die Walt-Disney-Studios und machte sich danach gemeinsam mit seiner Produktionskollegin Rola Bauer selbstständig (Tandem Productions hat seine Firmenzentrale an der Münchner Sonnenstraße).

Zunächst lebte Halkin in Unterschleißheim, ehe er nach Gröbenzell und schließlich nach Bruck zog. Mit einer Lehrerfamilie hatte er Bekanntschaft gemacht. Die brachte ihn auch erstmals in die damals neu gebaute Brunnenhof-Anlage im Wohngeviert zwischen Dachauer- und Augsburger Straße. Halkin war hin und weg. „Ich liebe den Brunnenhof. Und ich liebe Fürstenfeldbruck“, sagt der vielreisende Filmmensch, der sechs bis acht Mal im Jahr für mehrere Wochen in Hollywood weilt. Doch so richtig daheim fühlt er sich nur in Bruck. Den „Wintergarten“, wo er gern beim Kaffeetrinken saß, gibt’s zwar nicht mehr. Dafür ist bei Brunello-Gastronom Antonio di Gorga stets ein Platz für ihn frei.

An Fürstenfeldbruck schätzt Halkin die tolle Gemeinschaft

Er schätze Bruck hauptsächlich deshalb, so sagt Halkin im Tagblatt-Gespräch, weil die Gemeinschaft so toll ist („Wenn man zum zweiten Mal in einen Laden geht, wird man gleich mit dem Namen angesprochen“) und in der Stadt immer was los sei. Ob Weihnachtsmarkt, Altstadtfest, Leonhardi-Ritt – „ich bin wenn möglich überall dabei“.

Früher hatte er mal eine „gigantische Wohnung“ in München. „Doch in der Nachbarschaft kannte ich keinen.“ Auch in Gröbenzell sei es eher anonym gewesen. Ganz anders in der Amperstadt: „Ich war sofort ein Brucker. Zum ersten Mal in meinem Leben, weiß ich, wo ich hingehöre.“ Halkin erinnert sich noch an die Zeit, als das Kloster eine Ruine war und würdigt in dem Zusammenhang Alt-OB Sepp Kellerer und dessen Wirken bei der Entstehung des Veranstaltungsforums. Was der Hollywood-Produzent an Bruck und seinen Einwohnern noch bewundert: „Keiner will in deinem Privatleben bohren.“

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