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Geschwader in Penzing

Luftwaffe verabschiedet sich mit Flugshow aus Penzing

Dieses Jahr wird das Lufttransportgeschwader 61 in Penzing aufgelöst. Davor geht es aber noch einmal rund auf dem Flugplatz: Der Tag der Bundeswehr findet am 10. Juni auch in Penzing statt. Das Besondere dort: Es gibt nach 20 Jahren wieder ein Flugprogramm am Himmel über Landsberg zu sehen.

PenzingDie Bundeswehr veranstaltet einen solchen Tag der offenen Tür als relativ neue PR-Offensive zum dritten Mal: deutschlandweit, jedes Jahr an mehreren Standorten, auch beim Heer und bei der Marine. „Es trifft sich hervorragend, dass wir beim Tag der Bundeswehr auch den 60. Geburtstag unseres Geschwaders feiern können“, findet der stellvertretende Projektoffizier Hauptmann Peter Hammer. Das ist auch der Wunsch des Kommodores Oberst Daniel Draken, der nach heutigem Stand an diesem Tag auch den Inspekteur Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, in Penzing begrüßen darf.

Transall zieht zum letzten Mal behäbig ihre Runden

Von der Feldküche, die den beliebten Eintopf kocht, über den Parkierungsplan der nationalen und internationalen Luftfahrzeuge bis zum achtstündigen Bühnenprogramm – zehn Projektgruppen arbeiten bereits ein halbes Jahr vorher für den großen Tag. Wie es bei einem runden Geschwaderjubiläum üblich ist, erhält eine der Transalls eine Sonderlackierung. Am Design wird noch gefeilt. Eins ist aber schon sicher: Eine silbrig-helle Farbe soll an die Optik erinnern, mit der die ersten Transalls vor über 50 Jahren erprobt und vom Werk dann ausgeliefert wurden. Mehr will Projektoffizier Oberstleutnant Klaus Schierlinger nicht verraten.

Bei passendem Wetter erwarten die Organisatoren 40 000 Besucher auf dem Flugplatz der kleinen Gemeinde Penzing. Denn für die Öffentlichkeit ist dies auch gleichzeitig das Abschiedsfest: Die Bundeswehr gibt den Standort Ende des Jahres auf. Für die in den 1930er-Jahren erbaute Kaserne, in der zahlreiche Gebäude unter Denkmalschutz stehen, sucht die Bundesanstalt für Immobilienanlagen Käufer. Die wenigen noch vorhandenen Transalls mit dem Gamsbock im Wappen werden an den Schwesterverband in Schleswig-Holstein abgegeben.

Es ist die letzte Gelegenheit, das behäbig am Himmel dahinbrummelnde Flugzeug noch einmal hautnah in verschiedenen Rollen zu erleben: beim Absetzen von Fallschirmspringern, als fliegende Intensivstation oder als Lastenesel für Hilfsgüter als „Engel der Lüfte“.

20 000 befestigte Parkplätze sind nachzuweisen

Der Vorbereitungsaufwand ist enorm. Über 20 000 Kfz-Stellplätze müssen in der Umgebung nachgewiesen werden. Und diese möglichst befestigt. Das Debakel von vor zehn Jahren beim 50. Geschwaderjubiläum, bei dem der Flugtag wegen durchweichter Wiesenparkplätze praktisch abgesagt werden musste, wollen die Soldaten diesmal vermeiden. Neu ist für alle, dass diesmal auch die Taschen der Besucher zu kontrollieren sind.

„Wir liegen gut in der Zeit, auch wenn es noch viel zu tun gibt“, sagt Oberstleutnant Klaus Schierlinger. In der Konzeptphase waren auch ungewöhnliche Ideen geprüft worden: wie die, einen Sonderzug auf den vorhandenen Schienen ins Fliegerhorstgelände fahren zu lassen.

Nicht besonders glücklich sind die Organisatoren mit der zentralen Terminvorgabe des Ministeriums. Der Tag der Bundeswehr findet am Samstag, 10. Juni, statt und liegt damit mitten in den Pfingstferien. „Wir hoffen, dass die Luftfahrtbegeisterten dies bei ihrer Urlaubsbuchung berücksichtigen“, so Hammer.

Hubschrauber hat den Standort verlassen

Die Ära des Hubschraubers Bell UH-1D am Fliegerhorst Penzing ist zu Ende gegangen. Kürzlich verließ die allerletzte Maschine den Platz, auf dem die Staffel seit über 40 Jahren stationiert war. Kernaufgabe des Hubschraubers war es, bei Flugzeugunglücken schnell zum Absturzort zu gelangen und die ersten Retter dorthin zu bringen. In dieser Funktion war der schon im Vietnamkrieg geflogene Hubschrauber (Huey) mit orangefarbenen Türen und den Buchstaben SAR (Suchen und Retten) ausgestattet. In Ergänzung zu den Hubschraubern ziviler Rettungsorganisationen flog die Bundeswehr auch zu zivilen Unglücken. Besonders bei Unfällen im Gebirge wurden die Penzinger alarmiert, um gemeinsam mit der Bergwacht und einer Seilwinde Verletzte aus unwegsamem Gelände zu bergen. Vor vier Jahren wurden die Hubschrauber im Rahmen einer Strukturreform dem Heer unterstellt und gehörten zur Division „Schnelle Kräfte“ in Niederstetten (Baden-Württemberg). Zu schweren Unfällen in der Region starten jetzt nur noch zivile Hubschrauber aus München, Augsburg und Kempten. Sie verfügen jedoch teilweise nicht über die Nachtsichtfähigkeit. (mjk)

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