Olching

Lustige Vögel räumen ab beim Gaudiwurm

Olching - Bunt, bunter, Olchinger Gaudiwurm – der Himmel blieb an diesem Faschingsdienstag zwar die meiste Zeit über grau, die Kostüme der Narren aber waren wunderbar farbenfroh. Die Fußgruppen und Wagenbauer hatten sich wieder viel Mühe gemacht. Und sie wurden belohnt – mit 30 000 Zuschauern.

Die Narren der Stadt haben ihren Stolz. Wem aus rheinischer Fröhlichkeit ein „Helau“ herausgerutscht ist, der wurde sofort eines besseren belehrt: „Olching olau“ heißt das hier! Die Faschingshochburg westlich von München haute an diesem Faschingsdienstag wieder ordentlich auf den Putz. Über 30 000 Zuschauer ließen sich von der Stimmung der 30 Wagen und zehn Fußgruppen mittragen. Diese Besucherzahl zumindest schätzte das veranstaltende Zugkomitee. Selbst Olchings zweiter Bürgermeister Robert Meier war beeindruckt: „Wir hatten selten so viele Besucher.“

Und im Gegensatz zum Gernlindener Zug bekannten die Olchinger Faschingskollegen durchaus Farbe zum lokalen Geschehen – im wahrsten Sinne des Wortes. „Über die Farb’ vom Jeanshouse raffa, dafür das Eisenbahn-Jubiläum verschlaffa“, schimpfte die Volksbühne Olching über die merkwürdigen Prioritäten von Stadt und Verwaltung und landete damit in der Wertung der Wagen auf Rang vier. Auf den gleichen Zug mit dem immer noch in grün gestrichenen Gebäude am Nöscherplatz sprang auch die Faschingsgilde Olching auf und forderte: „Der grüne Bau, das wär die Bitte, lasst ihn stehen in Olchings Mitte.“

Bestehen bleiben sollte auch der Vogelpark, wenn es nach den Ampernixen Olching geht: „Vogelpark juchhe, mit uns wird er wieder schee.“ Damit beeindruckten sie die Jury so sehr, dass sie auf Platz eins gesetzt wurden. Ein wenig derber gingen das gleiche Thema die Mitglieder des Motorsport-Club Olching an: „Ausgevögelt“ stand da oben auf dem Wagen, daneben: ein überdimensionaler Vogel. Und hinten wurde ein weiteres Tier über dem Feuer gegrillt. Der Sprung oben auf die Wertungsliste war diesen Wagenbauern sicher.

Wie bereits beim heimischen Umzug zwei Tage zuvor, stachen auch in Olching die Frauen vom „Gernlindener Weiberfasching“ ins Auge. Und sie bewiesen große Flexibilität. Sie drehten ihr Thema so hin, dass es auf den jeweiligen Umzug passte: Denn beim Gernlindener Umzug wiesen die Frauen noch darauf hin, dass sich wegen der Klimaerwärmung Korallenschwämme im Gernlindener Waldsee bildeten. Diesmal beschrieben die Frauen die gleiche Szenerie im Olchinger See. Mit diesem Auftritt holten sie Rang drei. Rang eins (es gab zwei erste Plätze) belegten die „Lady Gracha“. Die Gruppe von Frauen trugen pompöse Kostüme in gelb mit riesigen Sonnen auf dem Rücken.

Ansonsten ähnelten sich die Themen zwischen den Zügen in Gernlinden und Olching: Bundeswehrpannen, Griechenlandhilfe und VW-Skandal waren im Gaudiwurm gut vertreten. Die Unsitte mancher Wageninsassen, gerade die harten Bonbons ins Publikum zu schleudern, war ebenfalls wieder zu beobachten. Da war bei einigen Besuchern eine rasche Reaktion notwendig, um auszuweichen. Im vertretbaren Rahmen hielten sich auch Lautstärke und Musikauswahl. Dem Wunsch des Olchinger Zugkomittees nach echter Faschingsstimmung wurde somit Rechnung getragen.

Weitere Fotos auf www.ffb-tagblatt.de

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