Nur 200 Besucher dürfen gleichzeitig im Bad sein – wenn überhaupt geöffnet werden darf.
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Nur 200 Besucher dürfen gleichzeitig im Bad sein – wenn überhaupt geöffnet werden darf.

Kann geöffnet werden?

Freibad Maisach vor nächster Corona-Saison

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
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Das Maisacher Freibad wird wohl nicht vor Mitte Juni öffnen können. So zumindest erwartet es Bürgermeister Hans Seidl (CSU) mit Blick auf die Pandemie. Auch 2021 wird wohl wieder eine Rumpf-Badesaison – mit einem großen Defizit am Ende.

Maisach – In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde über die Saison 2020 berichtet. Weil aufgrund des Lockdowns erst später geöffnet werden konnte und dann weniger Menschen ins Bad durften, wuchs das Minus um rund 83 000 auf insgesamt 317 000 Euro an. Zwar hatte man geringere Ausgaben, aber auch 103 000 Euro weniger Einnahmen.

Nur 9791 Badegäste wurden 2020 gezählt – 34 000 weniger als im Vorjahr. Das liegt auch daran, dass je Zeitfenster (10 bis 14 oder 15.30 bis 19,30 Uhr) maximal 200 Personen gleichzeitig auf dem Areal sein durften.

Dieses Jahr wird es so weitergehen müssen: mit Zeit-slots, mit Besucherbeschränkung und mit Einheitseintritt. Das bedeutet, dass alle Besucher einheitlich drei Euro Eintritt zahlen. Nur Kinder unter sechs Jahren sind kostenlos (und werden nicht zur Mindestbesucherzahl mitgezählt). Die Karten müssen online bestellt und bezahlt werden. Wer keinen Internetzugang hat, kann sie im Rathaus kaufen. Normalerweise öffnet das Freibad Mitte Mai. Wegen des Lockdowns könnte sich das aber verzögern. Seidl sagte im Gemeinderat, man brauche etwa eine Woche Vorlauf ab dem Zeitpunkt, an dem die Öffnungsbedingungen feststehen, bis zum Betriebsstart.

Geringerer Eintrittspreis?

In der Diskussion forderte Patrick Götz (Grüne) einen geringeren Eintrittspreis von 1,50 Euro für Kinder und Jugendliche von sechs bis 14 Jahren. Rathaus-Amtsleiter Peter Eberlein erklärte, dass das Probleme mit sich brächte: In welchem Verhältnis solle man dann die 200 Tickets in Erwachsenen- und in Kinderkarten aufteilen? Wenn ein Kontingent ausverkauft sei, hätten Familien keine Chance mehr, gemeinsam ins Freibad zu gehen. Freibad-Referent Christian Kemether (CSU) sagte dazu: „Wir sind damit auch nicht zufrieden. Aber es geht nicht anders. Es ist ein Kompromiss.“

Seidl kritisierte, dass Götz einen „Show-Antrag“ gestellt habe. Dass ein geringerer Preis für Kinder und Jugendliche technisch nicht umsetzbar sei, habe man bereits 2020 erklärt. Götz wehrte sich: „So braucht man sich nicht anreden lassen.“ Ihm sei an einer finanziellen Entlastung der Familien gelegen.

Gegen eine Stimme wurde schließlich dem Einheitspreis von drei Euro für die Saison 2021 zugestimmt. Zudem gilt, dass das Freibad am Montag geschlossen bleiben muss: Denn es fehlt nach wie vor Personal. Dem Kioskpächter wird wie vergangenes Jahr auch heuer die jährliche Pacht von 4000 Euro erlassen. Die Gemeinde hofft, dass er bereit ist, kommende Saison trotz coronabedingt eingeschränkter Öffnung wieder Getränke, Eis und Brotzeiten anzubieten. Zudem wurde beschlossen, dass auch in diesem Jahr das Wasser auf 24 Grad aufgeheizt wird.

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