„Land unter“ - Gewitterfront rollt über Deutschland - Autofahrerin muss aus Geröllmassen gerettet werden

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Vom Bahnhof Gernlinden direkt in den Verdruss: Kirsten Kemether und andere Passagiere sind genervt.

Genervte Pendlerin

Ärger über S3: Diese Frau wollte ihr Geld zurück

Gernlinden - Seit über 20 Jahren ist Kirstin Kemether treue S-Bahnkundin. Sie pendelt von Gernlinden nach München und hat sich an Widrigkeiten gewöhnt. Doch jetzt war das Maß voll.

Die S 3 war in jüngster Zeit so unzuverlässig, dass die 47-Jährige Geld zurückfordert – und die Bahn ging darauf ein. Doch wie kam das? Am Anfang war der Ärger - und der Weg zur Presse:

Kirsten Kemether ist genervt. Richtig genervt. Da ist sie unter den S 3-Passagieren nicht die Einzige. „Aber das macht’s jetzt auch nicht besser“, sagt sie. Jeden Monat legt die Gernlindnerin ordentlich Geld für ihre Isarcard hin. Nach den zahlreichen Verspätungen und Zugausfällen in jüngster Vergangenheit schickte sie eine Beschwerde-E-Mail mit folgender Forderung an die Adresse service-dialog@bahn.de: Wegen unzureichender Leistung sollte ihr das Unternehmen einen Teil des Preises für das Ticket zurückerstatten. Das war am 7. Juli. Über zwei Wochen wartete Kirsten Kemether vergeblich auf Antwort von der Bahn. Diese Erfahrung war für sie nicht neu. „Entweder die Bahn reagiert gar nicht auf Beschwerden, oder nur sehr verspätet.“

Sie hatte die Hoffnung schon aufgegeben, dann meldete sich die Bahn doch. „Das war wirklich das allererste Mal“, freut sich die Gernlindnerin. Und das beste: Mit dem Entschuldigungsbrief kam als Entschädigung eine Bahncard im Wert von 23 Euro.

Inhaltlich verwies die Bahn auf die Überlastung der Stammstrecke in München. Ganz ungeschehen macht die Antwort den Ärger der 47-Jährigen über die S 3 nicht. „Die Linie hat uns ja nicht viel Freude bereitet.“ Mitte Mai war die Strecke nach dem Zusammenstoß eines Baggers mit einem Zug fast zwei Wochen lang komplett gesperrt. „Dafür kann die Bahn nichts, das ist mir bewusst“, sagt Kemether. Aber: Bei den Schienenersatzbussen habe sich das Unternehmen auch nicht mit Ruhm bekleckert. „Die S 4 war deshalb in der Zeit durch Ausweich-Fahrgäste entsprechend überlastet und das alles muss man noch einmal ertragen, wenn ab Ende Juli letzte Schäden des Unfalls repariert werden.“

In den letzten Wochen gab’s zudem Behinderungen wegen turnusmäßiger Gleiserneuerungen zwischen Mammendorf und Pasing. Für Kirsten Kemether, die freiberuflich in der Erwachsenenbildung arbeitet und oft an Wochenenden nach München muss, kam die Stammstreckensperrung dazu. „Wenn die S-Bahn um 5.55 Uhr in Gernlinden mal pünktlich gewesen wäre, hätte ich ohne Probleme in Pasing einen Regionalexpress nehmen können und in München dann die passende U-Bahn erwischt.“ Allerdings: „Es gab kein einziges Wochenende wo das mal funktioniert hätte.“ Was Kirsten Kemether ganz besonders ärgert: Statt freundlicher Entschuldigungen mittels Durchsagen traf sie bei Nachfragen auf unfreundliche und ihrer Meinung nach unfähige Mitarbeiter, die sie von einem Schalter zum nächsten schickten. „Am MVG-Schalter wollte ich Geld für das Abo zurück, dort sagte man mir, die S-Bahn München sei dafür zuständig.“

 Als sie den entsprechenden Schalter gefunden hatte, sei sie zum MVG zurück geschickt worden. In der Wahrnehmung der 47-Jährigen werden Verspätungen und Behinderungen für die Fahrgäste immer mehr. Da bringe es auch nichts, dass man per App auf Smartphones und Tablett-Computern in Echtzeit die Verspätungen der Züge beobachten könne. „Technische Errungenschaften nützen halt wenig, wenn die Bahnkunden eine Stunde lang an den Bahnsteigen herumsitzen müssen ohne eine Ansage, wie’s denn weitergehen könnte.“ Ein Bahnmitarbeiter am Hauptbahnhof habe schließlich zu ihr gesagt: „Es zwingt Sie ja keiner, die S-Bahn zu nehmen. Sie können ja Auto fahren." (akk)

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