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Der Gemischte Chor des Gesangvereins Maisach singt beim Jubiläumskonzert das „Gloria“ von Antonio Vivaldi.

125 Jahre Gesangverein Maisach

Vom reinen Männerchor zum Sing-Zentrum

Was als reiner Männerchor begann, ist heute ein Treffpunkt für Männer und Frauen, für Jung und Alt. Inzwischen blickt der Gesangverein Maisach auf eine 125-jährige Geschichte zurück. Das Jubiläum wird mit einem großen Festkonzert gefeiert.

Gerda Schünke war eine der ersten Sängerinnen im Verein und ist heute Vorsitzende.

Maisach Alles fing an, als sich 1891 vier Männer im Wirtshaus zusammentaten und aus einem Notenbüchlein Lieder zum Besten gaben. Dies bereitete ihnen so viel Freude, dass sie bald darauf das erste Mal auftraten. Das Publikum war begeistert – und schon bald stießen weitere Männer hinzu, sodass ein Jahr später der Gesangverein gegründet wurde. Zum Vorsitzenden wurde Johann Schlemmer gewählt. Er hatte das Amt über ein Vierteljahrhundert inne. Erster Chorleiter (bis 1897) war Hauptlehrer Johann Nepomuk Müller.

Christian Meister ist studierter Musiklehrer und leitet seit Juli 2005 alle vier Chöre.

47 Jahre lief es gut für die Hobby-Sänger, doch während des Zweiten Weltkriegs musste der Verein aufgrund der Wehrtätigkeit vieler Mitglieder vorerst ruhen. Erst 1949 nach der Aufhebung des Versammlungsverbots rief der damalige Besitzer der Maisacher Brauerei, Josef Sedlmayr, die ehemaligen Sänger zusammen und sorgte damit für die Wiederbelebung des Vereins.

1964 war es dann soweit: Die ersten Frauen traten dem Chor bei – auch die heutige Vorsitzende Gerda Schünke – nur wenige Jahre später gründete sich der erste Kinderchor. Heute hat der Verein mit dem Gemischten Chor, den Sound of Voices, den Fridolinspatzen und Fridolinküken vier aktive Chöre und steht besser da als je zuvor. „Wir haben uns früh um die Jugendarbeit gekümmert, so ist der Nachwuchs für den Verein gesichert“, erzählt Gerda Schünke.

Die Gründungsmitglieder: (hi. v.l.) Georg Huber, Georg Deuschl, Johann Huber, Johann Schlemmer, Johann und Otto Mathäser, Gustav Deußler, (vo. v.l.) Josef Huttenloher, Gottlieb Müller, Johann Nepomuk Müller und Anton Gröschel. Nicht auf dem Foto: Matthias Langwieder.

Mit Christian Meister haben die Chöre auch einen erfahrenen Leiter an ihrer Seite. Der studierte Musiklehrer und Chordirigent ist inzwischen Leiter aller vier Chöre und mit Begeisterung dabei. Um das Organisatorische kümmern sich Gerda Schünke und ihr Vorstand. Zum Beispiel fahren sie regelmäßig mit den Sängern auf Probewochenenden. „Das stärkt den Zusammenhalt und die Bindung unter den Mitgliedern“, sagt die Maisacherin. „Außerdem veranstalten wir alle zwei Jahre einen Projekttag in der Grundschule, bei dem wir den ganzen Tag mit den Kindern musizieren und ihnen die Freuden am Singen zeigen. Das hilft auch, den Nachwuchs zu sichern.“

Seit dem Jahr 2000 hat der Verein ein eigenes Heim am Ortseingang. Mit dem Schützenverein und der Blaskapelle wurde dort in drei Jahren Bauzeit und mit viel Eigenleistung ein neues Zuhause geschaffen. „Der damalige Bürgermeister Gerhard Landgraf kam auf uns zu und sagte einfach ‚Macht’s mit‘. Und so entstand unser eigenes Vereinsheim“, berichtet Gerda Schünke.

Der Gesangverein hat inzwischen Mitglieder aus dem ganzen Landkreis und „sogar aus München kommen einige, um bei uns mitzusingen“, erzählt die Vorsitzende mit Stolz. Bei größeren Veranstaltungen in und um Maisach sind die Chöre fester Bestandteil.

Das Konzert zum 125-jährigen Bestehen des Gesangvereins Maisach 

findet am Samstag, 21. Oktober, 18 Uhr, in der Dreifachturnhalle der Realschule statt. Die vier Chöre des Vereins und das Arcis-Ensemble (München) geben das „Gloria“ von Antonio Vivaldi und „Gospel Mass“ von Robert Ray zum Besten. Die Karten kosten 13 Euro im Vorverkauf, an der Abendkasse 15 Euro. Für Besucher unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Karten gibt es im Schuhhaus Huttenloher, in der Sparkasse und beim Verein.

von Tom Eldersch

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