Besuch beim Mediziner: In Maisach wird über den Bau eines Ärztehauses debattiert.
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Besuch beim Mediziner: In Maisach wird über den Bau eines Ärztehauses debattiert.

Maisach

Ärztehaus soll Fachmediziner anlocken

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Maisach könnte die seit langem geforderten Fachärzte bekommen. Der Gemeinderat hat ein Grundstück für den Bau eines Ärztehauses reserviert. Die Projektentwickler prüfen nun, ob sich die Einrichtung realisieren lässt.

Maisach – Gut 3800 Quadratmeter Fläche stehen am Strasserwinkel in Maisach für eine Bebauung bereit. Bislang war die Fläche für eine mögliche Mehrzweckhalle vorgesehen. Nun könnte dort ein dreistöckiges Ärztehaus mit Fachpraxen entstehen.

Durchziehen möchten das Projekt zwei Unternehmen, deren Geschäftsführer auch bereits beim Germedicum in Germering involviert waren: Die Firma consulting-med.de von Klaus Ebert und die Treumedizin GmbH von Arno Brackmann. Ebert stellte das Maisacher Projekt nun im Gemeinderat vor. Das Modell sieht vor, dass die Ärzte an der Investition beteiligt werden. „Wir wollen damit eine Bindung der Mediziner an den Standort erreichen“, sagte Ebert. Gesucht werden Praxen, die komplett ins Ärztehaus einziehen, aber auch andernorts niedergelassene Fachmediziner, die eine Filiale in Maisach eröffnen.

In dem dreistöckigen Gebäude sind die obersten beiden Stockwerke für Praxen reserviert. Ebert kann sich hier einen Kinder-, einen Frauen- und einen Augenarzt, Radiologen, Orthopäden, Physiotherapeuten und vielleicht sogar ein Impfzentrum vorstellen. Im Erdgeschoss möchten die Projektentwickler einen sogenannten „Frequenzbringer“ unterbringen – also ein Angebot, das Menschen an den Standort im Gewerbegebiet lockt.

Möglich wäre ein Sanitätshaus, aber auch ein Bio-Supermarkt, ein Optiker oder ein Drogeriemarkt. Von Letzterem zeigten sich die Gemeinderatsmitglieder aber weniger begeistert, da dieser dem Angebot im Ort Konkurrenz machen könnte, wie Peter Aust (SPD) ausführte.

Hartmut Hombach (Grüne) stellte den Standort im Gewerbegebiet in Frage. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) erläuterte dazu, dass auch Flächen am Bahnhof und östlich des Edeka-Marktes an der Bahnhofstraße geprüft worden waren, aber aufgrund der Grundstückspreise durchgefallen seien.

„Am Strasserwinkel hat der Gemeinderat die Möglichkeit, das Projekt mit entsprechenden Grundstückspreisen zu fördern“, sagte der Rathauschef. Positiv am Standort sei außerdem die Busanbindung und die Tatsache, dass kein Verkehr ins Ortszentrum gezogen werde. Für die bisher vorgesehene Mehrzweckhalle gebe es noch zwei alternative Flächen im Bereich am Strasserwinkel.

Letztlich steht und fällt das Projekt aber damit, ob sich Ärzte ansiedeln wollen. Der Gemeinderat reservierte das Grundstück zunächst für zwölf Monate – mit Verlängerungsoption. Nun werden Ebert und Brackmann eruieren, welche Praxen sich ansiedeln wollen. Danach wird ein Konzept erstellt und dem Gemeinderat vorgelegt.

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