Der Fanfarenzug Ottheinrich marschiert beim Sternmarsch durch die mittelalterlichen Buden.

Mittelalterfest in Gernlinden

Allerhand Spektakulum am Brunnen

Gernlinden - Fünf lange Jahre mussten die Gernlindner auf dieses Brunnenfest warten. Endlich war es wieder so weit. Und der Mittelaltermarkt zog nicht nur Besucher aus der näheren Umgebung an.

Zum vierten Mal lud der Fanfarenzug Gernlinden zum Graf Toerring Brunnenfest ein. Zugleich feierten die Musiker ihr 55-jähriges Bestehen und zum zehnten Mal jährte sich die Einweihung des Graf-Toerring-Brunnens.

Am späten Sonntagnachmittag waren alle Beteiligten hochzufrieden. Trotz angekündigter Unwetter und Stürme hatte es der Wettergott mit den Besuchern und vor allem mit den Ausstellern gut gemeint. Größere Schauer entluden sich bereits immer vor Marktöffnung. Sie verwandelten das Gelände zwar in ein großes Schlammfeld verwandelte. Das tat der Begeisterung der Besucher jedoch keinen Abbruch.

Die Spielleut' von Trollfaust traten mit alten Instrumenten und in wilden Fantasiekostümen auf.

Am Ende waren knapp 4000 vom Mittelalter Faszinierte angereist, um sich auf eine Reise in die Vergangenheit zu begeben. Alkohol spielte dabei keine große Rolle. Der Markt ist Familienfest. Alles blieb friedlich und ruhig, obwohl manche der Akteuer und Musiker in geradezu schreckenerregenden Kostümen auftraten. Zum Beispiel die Mittelalterbands Furunkulus und Trollfaust.

Bei ihren Auftritten war es alles andere als ruhig. Man wollte es „wild, laut und brachial“, wie Leo Huber, der erste Vorsitzende des Fanfarenzuges, erklärt. Erstaunte Besucher verfolgten die Auftritte der in schwarz gehüllten und von oben bis unten masskierten Musiker teils mit offenen Mündern. Furunkulus, die sich selbst als „Die Spielleut der Ewigkeit“ bezeichnen, feierten 20-jähriges Bestehen. Sie sind seit Anbeginn mit dem Fanfarenzug befreundet.

Neben der Musik gab es fast im Halbstundentakt an jeder Ecke des Marktes etwas zu entdecken. Gaukler, die mit Dudelsack und Trommel über das Gelände zogen, Hofnarren, die mit brennenden Fackeln jonglierten und Schmiede, die Pfeilspitzen, Hufeisen und Ringe herstellten, begeisterten die Besucher. Viele trugen selbst passende historische Kostüme und rundeten den Gesamteindruch ab.

Ein Highlight war der Sternmarsch. Fanfarenzüge aus Bretten und aus Neuburg an der Donau marschierten mit dem Gernlindner durch den Ort hin zum Graf-Toerring-Brunnen am Bürgerzentrum. Dort gaben sie ein Standkonzert.

Leo Huber zieht nach dem Feierwochenende eine positive Bilanz. „Letzlich hat sich der Aufwand gelohnt.“ Insgesamt waren rund 50 Vereinsmitglieder und deren Familienangehörige in der Organisation eingebunden. Innerhalb von drei Tagen hatten sie den Markt aufgebaut. Besucher und Akteure mussten verköstigt werden. Und trotzdem stimmte jedes Detail. Sogar die Toilettenwägen waren mit Planen verkleidet, die mit mittelalterlichen Motiven bemalt waren. Dieser Aufwand ist eben nur alle fünf Jahre zu stemmen. Aber: „Auch darin liegt ein besonderer Reiz jetzt und in der Zukunft“, sagt Leo Huber.

von Matthias Kast

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Beleidigter Schiri zeigt falschen Spieler bei der Polizei an
Wegen eines falsch ausgefüllten Spielberichtsbogens wäre ein völlig unschuldiger Fußballer des TSV Geiselbullach beinahe vor dem Strafrichter gelandet.
Beleidigter Schiri zeigt falschen Spieler bei der Polizei an
144 Realschüler in festlichem Rahmen entlassen
 In edlen Anzügen und Abendkleidern, die im Licht der Scheinwerfer glänzen und funkeln, stehen die jungen Leute vor rubinroten Vorhängen auf der Bühne – 
144 Realschüler in festlichem Rahmen entlassen
Im Stall der glücklichen Kühe stinkt es nicht
Angebunden im Stall stehen – diese Zeiten sind für die Kühe auf dem Bauernhof der Hartls vorbei. Der neue Freilaufstall bietet jede Menge Kuhkomfort – und nützt damit …
Im Stall der glücklichen Kühe stinkt es nicht
Diese Katastrophe ist nur gespielt
Sechs verunglückte Fahrzeuge – darunter ein Reisebus –, 25 teils schwer verletzte Menschen und eine enge Straße. Das war das Szenario für eine Großübung der …
Diese Katastrophe ist nur gespielt

Kommentare