Bebauungsplan für Nordteil beschlossen

Alter Flugplatz: Südumfahrung wird gebaut

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Es war ein langer Weg. Nach etwa 15 Jahren der Planung, unterbrochen von Unsicherheiten und Rechtsstreitigkeiten, ist es nun geschafft: Der Bebauungsplan für den Norden des alten Flugplatzes ist endgültig beschlossene Sache. Damit ist der Weg für die Maisacher Südumfahrung frei.

Maisach – Als der Gemeinderat am Donnerstagabend den Nachnutzungsplan beschließen sollte, gab es eine Besonderheit: Bürgermeister Hans Seidl (CSU) bat die Ratsmitglieder, nicht wie sonst ihre Entscheidung durchs Heben der Hand mitzuteilen. „Bitte erheben Sie sich von Ihren Plätzen, wenn Sie zustimmen“, sagte Seidl. Das werde der historischen Dimension des Beschlusses gerecht. Bis auf Ursula Gessner (Grüne), die aus Naturschutzgründen dagegen votierte, standen alle auf.

Amtschef Peter Eberlein, der das Verfahren seit Anfang an begleitet, hatte schon zuvor von einem „wichtigen Zwischenschritt“ gesprochen. Mit dem Bebauungsplan sei die Südumfahrung planungsrechtlich gesichert. Die Straße soll auf dem früheren Taxiway, also der Rollbahn, verlaufen.

Alter Flugplatz: „Alle haben an einem Strang gezogen.“

Schon im Februar waren zur Aufwertung des Flora-Fauna-Habitats (FFH) Hallen und Bunker des Militärs abgerissen, Bäume nachgepflanzt, andere Waldflächen ausgelichtet, Flächen entsiegelt und für gefährdete Tierarten hergerichtet worden. Im Herbst wird der Umbau zum möglichst großen zusammenhängenden Grün fortgesetzt. Laut dem von der Kommune beauftragten Landschaftsarchitekten Hans-Michael Schober muss die Gemeinde zudem ein Konzept vorlegen, wie sie den Erfolg aller Naturschutzmaßnahmen kontrolliert und wie sie nachbessern will, wenn es mit einer Tier- oder Pflanzenart nicht so klappt wie geplant.

Seidl lobte die Planer, die sich bereits seit 25 Jahren engagierende Bürgerinitiative gegen Fluglärm und deren Vorsitzenden Norman Dombo (SPD), frühere und heutige Gemeinderatsmitglieder und Altbürgermeister Gerhard Landgraf, der extra eingeladen worden war, aber wegen einer Knie-OP nicht kommen konnte: „Alle haben an einem Strang gezogen.“ Besonders verdient gemacht habe sich Amtschef Eberlein. Er soll eine spezielle Gratifikation erhalten. Auch Vize-Bürgermeister Roland Müller (CSU) war sich sicher: „Wenn Maisach nicht so hartnäckig geblieben wäre, hätte es nicht geklappt.“

Arbeiten für Maisacher Südumfahrung sollen im Herbst ausgeschrieben werden

Das Ergebnis aller Bemühungen sei nun nicht nur die Südumfahrung – die Arbeiten dafür sollen ab Herbst ausgeschrieben werden. Maisach, das betonten alle Redner, werde bald ein Vorzeige-FFH-Gebiet haben. Auch die Trabrennbahn könnte nun gebaut werden. Das planungsrechtliche Verfahren für den Nordteil ist damit abgeschlossen.

Bleiben der Südteil auf Maisacher Flur (mit dem Fahrsicherheitszentrum von BMW und Polizei) und die Fursty-Flächen, die nach Abzug des Militärs von der Kreisstadt genutzt werden wollen. Um die Planungen untereinander abzustimmen, wollen sich die Fliegerhorst-Anrainer Bruck, Maisach, Emmering und Olching ein einjähriges Moratorium auferlegen.

Kommentar von Helga Zagermann:

In den vergangenen Jahren haben viele daran gezweifelt, ob die Flugplatz-Pläne jemals zu einem Abschluss kommen. Wenn der Maisacher Bürgermeister von der Südumfahrung sprach, lachten viele Bürger nur – zu lange hatte sich das Verfahren hingezogen. An der Kommune lag’s nicht: Immer wieder neue Ansprechpartner und geänderte Gesetze ließen die Planer manches Mal verzweifeln.

Doch jetzt ist eine Lösung da – zumindest für den Nordteil des alten Flugplatzes. Es ist ein Kompromiss entstanden, der dem Naturschutz dient, aber auch der Gemeinde: Sie kann die Umfahrung bauen und damit Maisach und die Bürger entlasten.

Sicher kann man sich Passenderes vorstellen als eine Staatsstraße neben einem FFH-Gebiet. Aber mehr war einfach nicht möglich. Und es ist besser, etwas erreicht zu haben als gar nichts.

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