76-Jähriger hat endlich seinen Traum-Oldtimer

Auf das Auto wartete er fast ein ganzes Leben

Viele Männer rund um den Globus verbindet eine Leidenschaft: Die Liebe zu Autos. Manche mögen die schnellen Flitzer, andere stehen auf dicke Schlitten. Heinz Wörheide aus Gernlinden mag alte Amerikaner. Einer hat es ihm dabei ganz besonders angetan. Ein Chevrolet Impala Baujahr 1960 und nun darf er ihn endlich sein Eigen nennen.

Gernlinden – Stolz steht Heinz Wörheide vor seinem neuen Schmuckstück – den Polierlappen schon im Anschlag – und betrachtet seinen neuen Straßenkreuzer. So ganz neu ist der natürlich nicht mehr. Er hat immerhin schon 57 Jahre auf dem Buckel. Doch dank der Hilfe seines Sohnes Claus erstrahlt der Oldtimer wieder in neuem Glanz.

Lange hat es gedauert, bis der Wagen endlich dem Gernlindner gehörte und leider machte ein trauriges Ereignis das erst möglich. Heinz war schon immer Autobegeistert und so war für ihn klar, er wollte eine Ausbildung im Kfz-Bereich machen. Also fing er eine Lehre zum Autoschlosser bei einem Opel-Händler in seiner Heimat Westfalen an. Ungefähr zeitgleich und ohne sein Wissen stand sein Traumauto bereits bei einer anderen Filiale seines Arbeitgebers einige Kilometer entfernt.

Erst 1975 und zwei Vorbesitzer später sollten der heute 76-Jährige und der Impala endlich aufeinander treffen. „Ein ehemaliger Arbeitskollege sagte mir, er hätte da ein schönes Schmuckstück erworben und ob ich ihn nicht besuchen wollen würde“, erzählt der Gernlindner. Heinz lebte zu diesem Zeitpunkt bereits in Bayern und arbeitete für die Fahrzeugtechnik der Post. Als er bei seinem Freund angekommen war und das Auto sah, wusste er, er müsse dieses Auto haben und versuchte auch gleich ein Angebot zu machen.

Doch es war nichts zu machen. Viele Male fuhr er danach noch zurück nach Westfalen, inzwischen auch mit seinem Sohn, der seine Autoleidenschaft geerbt hatte und versuchte den Wagen zu erwerben. Doch vergeblich, der Impala fristete sein Dasein fast ungenutzt in einer Garage. 2016 starb sein Freund und die Autosammlung ging an dessen Tochter über. Das war die Gelegenheit.

Und tatsächlich: Anfang diesen Jahres wurde der lang gehegte Traum endlich wahr. Ein Autotransport brachte den Chevrolet zur Werkstatt von Wörheides Sohn Claus. Der hat – wie sollte es auch anders sein – einen US-Car-Shop, und nahm sich des Impalas an. „Wir mussten viel austauschen. Vor allem die Flüssigkeiten und bestimmte Teile mussten durch das lange Stehen dringend gewechselt werden“, erzählt der 55-Jährige.

Glücklicherweise ist der Markt für Originalteile sehr groß und „dass was ich hier nicht bekommen habe, bestellte ich einfach auf Ebay US“, sagt Claus. Nun ist das Auto fast fertig restauriert und sieht wieder nahezu so aus wie 1960, als er gebaut wurde. Doch obwohl Heinz Wörheide so lange auf sein Traumauto gewartet hatte, wird er ihn erst einmal nicht fahren. „Ich bin jetzt 76-Jahre alt und hab mein ganzes Leben mit Autos verbracht.“

Jetzt sei es langsam gut. „Das Auto soll mein Sohn haben, er hat bestimmt Freude daran.“

Man kann aber sicher sein, dass sein Sohn bestimmt das ein oder andere Mal, von Waal bei Buchloe seinen Vater in Gernlinden besuchen und dann mit ihm eine Spritztour unternehmen wird. Und vielleicht hat ja schon einer das Gespann gesehen, denn sie waren bereits bei den Oldtimer Tagen am Kloster Fürstenfeld in Bruck dabei. (tel)

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