Maisacher Entwicklungspläne

Aus Bauernhof soll Kulturzentrum werden

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Das alte Bader-Anwesen an der Mühlfeldstraße könnte Maisachs neues Kulturzentrum werden. Dafür aber muss eine Stiftung, die über den im 19. Jahrhundert erbauten und denkmalgeschützten Dreiseithof verfügt, der Nutzung durch die Öffentlichkeit zustimmen.

Maisach – Es ist bereits der zweite Vorstoß, das alte Bauernhaus mit Veranstaltungen zu beleben. Schon vor einigen Jahren hatten Alfons Strähhuber (SPD, ehemaliger Kulturreferent) und Rathaus-Geschäftsleiter Peter Eberlein mit diesem Gedanken gespielt. Doch damals kam noch ein Nein von der Maria-Huber-Stiftung, deren Name an die letzte Bewohnerin des Hauses erinnert. Ihr Sohn hat die Stiftung gegründet.

Nun versuchen es der jetzige Kulturreferent Stefan Pfannes, für die CSU im Gemeinderat und zugleich Ortsarchivar, und Bürgermeister Hans Seidl (CSU). Sie argumentieren damit, dass die Großgemeinde wächst und wächst. In vielen Bereichen habe die Kommune deshalb ausgebaut, zum Beispiel bei der Kinderbetreuung. Doch bis heute gebe es keine zentrale Versammlungsstätte.

Mehrere Möglichkeiten werden gesehen. Der große Stadl könnte als Veranstaltungssaal dienen, der Kuhstall für kleinere Runden, der Innenhof für Freiluft-Veranstaltungen. Und die Wohnräume wären als museale Ausstellungsräume denkbar. Genützt werden könnten die Parkplätze am Badweg. Sehr vereinzelt haben schon Veranstaltungen im Bader-Haus stattgefunden, etwa Krippenausstellungen. Auch zum Tag des offenen Denkmals war das Anwesen schon zugänglich.

Bürgermeister Seidl bezeichnete den bis 1965 bewirtschafteten Hof als eines „der letzten fast ganzheitlich erhaltenen Bauzeugnisse der bäuerlichen Lebenswelt in Maisach“. Die Gemeinde solle es sich zur Aufgabe machen, sich für den Erhalt des Hofes mit einzusetzen. Dafür brauche es eine Nutzung. Vize-Bürgermeister Roland Müller (CSU) sei im Stiftungsrat. Auch ihm liege die Zukunft des Hauses sehr am Herzen.

Aus dem Gemeinderat kamen positive Rückmeldungen. Gottfried Obermair (FW) sprach gar von einem „genialen Vorstoß“: „Das Ambiente passt unwahrscheinlich gut.“ So beschloss das Gremium einmütig, dass nun Kontakt zum Stiftungsrat und zum Stiftungsgründer Josef Huber aufgenommen werden soll.

Stiftung behält Haus, Gemeinde übernimmt die Baulast

Der Vorschlag ist, dass das Anwesen im Besitz der Stiftung verbleibt. Die Gemeinde würde aber die Baulast übernehmen und im Gegenzug ein Nutzungsrecht erhalten. Hier und da bräuchte es zudem die Erlaubnis, „sensibel in die innere Bausubstanz eingreifen zu dürfen“.

Pfannes schätzt, dass Stall und Wohnhaus um 1880 erbaut wurden. 1936/37 erfolgte eine Erweiterung mit Erkeranbau. In den vergangenen rund 60 Jahren sei nicht viel passiert, keine Modernisierung. Es sei von Vorteil, dass der Hof „nicht kaputtsaniert worden ist“, sondern wie damals erhalten sei. Für Veranstaltungen müssten aber kleinere Anpassungen vorgenommen werden.

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