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Bäume können den Klimawandel bremsen.

Der Gemeinderat entscheidet

Baumschutz in Maisach: Jetzt kommt es zum Schwur

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Nächste Woche steht eine wichtige Entscheidung in Maisach an: Wird die Baumschutzverordnung ausgeweitet? Die Grünen hoffen auf ein klares Signal des Gemeinderats. Doch wie denken die anderen Fraktionen?

Maisach – Nach Diskussionen, einer Unterschriftensammlung gegen das Vorhaben und einer Dialogveranstaltung wird es nun ernst: Die Ausweitung der Baumschutzverordnung von Gernlinden auf weitere Ortsteile steht am Donnerstag, 26. September, auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Die Verordnung würde nicht sofort für einen größeren Bereich gelten – vorher muss, ähnlich wie bei der Aufstellung eines Bebauungsplans, ein Verfahren durchlaufen werden, bei dem Bürger Einwände vorbringen können. Bis Ende September sind Fällungen aufgrund des Naturschutzgesetzes verboten. Damit aber keine Lücke klafft, bis eine eventuell erweiterte Baumschutzverordnung in Kraft tritt, steht noch ein Thema auf der Tagesordnung: der Erlass einer Verordnung „zur einstweiligen Sicherstellung des Baumbestandes in der Gemeinde Maisach“. Ähnlich einer Veränderungssperre bei Bauangelegenheiten würde das bedeuten, dass auch ab Oktober keine Bäume gefällt werden dürfen, bis die ausgeweitete Verordnung gilt.

Grüne

Barbara Helmers, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gemeinderat, hofft, dass der Baumschutz künftig in der ganzen Kommune gilt: „Wenn schon, denn schon“, sagt sie. Ihr gehe es dabei weniger um die Gerechtigkeit, als um das große Ganze: „Zehn nicht gefällte Bäume werden das Klima nicht retten, aber so eine Verordnung ist ja auch ein Symbol, ein Statement.“ Die Ausweitung auf den Hauptort Maisach sei besonders wichtig, genauso wie das Festhalten an den Regeln in Gernlinden: In beiden Bereichen sei der Siedlungsdruck extrem hoch.

Aber auch für Überacker, Germerswang und andere kleine Ortsteile hält Barbara Helmers eine Baumschutzverordnung für sinnvoll: Noch sei in diesen Bereichen der Anstieg der Einwohnerzahlen niedrig. Aber auch dort werde wohl in den nächsten Jahren mehr gebaut werden. „Und wir wollen die Baumschutzverordnung ja nicht in ein paar Jahren wieder ausweiten.“

Baumschutz ist ein typisches Thema der Grünen. Dass nun CSU-Bürgermeister Hans Seidl den Vorstoß gemacht hat und nicht ihre Partei, tangiert Barbara Helmers nicht: „Es ist egal, wer einen solchen Antrag einbringt. Hauptsache, das Thema wird angegangen.“

Unabhängige und SPD

Die Grünen sind also für die Ausweitung, Unterstützung bekommen sie von den zwei Unabhängigen Bürgern im Gemeinderat, wie Peter Aust sagt. Am liebsten wäre ihm eine Ausdehnung auf die ganze Kommune, notfalls nur auf den Hauptort Maisach. Für die SPD betont Ric Unteutsch, dass die Verordnung in Gernlinden erhalten bleiben müsse, ihm wäre eine Erweiterung auf den Hauptort Maisach wichtig. Im Umland könne man das Grün durch die Aufstellung von Bebauungsplänen erhalten.

CSU

Bei der CSU unterstützt die Fraktionsvorsitzende Gabriele Rappenglitz aus Gernlinden die Verordnung. „Bei uns in der CSU liegen aber die Meinungen sehr weit auseinander“, sagt sie. Bei der Abstimmung am Donnerstag gebe es keinen Fraktionszwang. Rappenglitz persönlich wird für eine Ausweitung auf den Hauptort Maisach votieren.

Freie Wähler

FW-Fraktionschef Gottfried Obermair, früher ein Fürsprecher der Erweiterung, hat sich vom Gegenteil überzeugen lassen, wie er sagt. Er sei für Bäume, aber gegen eine Verordnung. Die FW werden geschlossen gegen eine Ausdehnung der Verordnung auf die gesamte Kommune stimmen und gegen eine Erweiterung auf den Hauptort.

Die Sitzung beginnt um 19.30 Uhr. Sie ist öffentlich.

Auch interessant: Bund Naturschutz will Verordnungen für Baumschutz in allen Kommunen

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