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An der Grundschule wurde ein Hort gebaut . Das hat die Lage verändert.

Gernlinden

Maisach lehnt Mauer an Grundschule ab: Anwohner müssen mit Kinderlärm leben

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Kinderlärm, der vom Pausenhof herüberschallt: Darum gibt es immer wieder Ärger im Umfeld der Grundschule Gernlinden. Nachbarn haben nun eine Lärmschutzwand beantragt. Doch die lehnt der Gemeinderat Maisach ab.

MaisachBürgermeister Hans Seidl (CSU) räumte ein, dass sich die Lärmemissionen bei der Schule an der Bruder-Konrad-Straße durch die Erweiterung um einen Hort und die damit wachsende Zahl der Kinder „sicher verändert haben“. Darüber beschweren sich auch die Nachbarn, die eine Zunahme seit dem Bau des Horts beklagen. Vor allem stören sie sich daran, dass es zum Teil bis 18 Uhr laut sei. Deshalb stellten sie nun bei der Gemeinde den Antrag, dass bei der geplanten Umgestaltung des Pausenhofs eine Lärmschutzwand in Richtung Westen errichtet wird.

Hecke wird ergänzt

„Das sehe ich aber kritisch“, sagte Seidl. Bei der Planung zur Umgestaltung des Hofs sei die Lärmproblematik bereits berücksichtigt worden – allerdings nicht mit einer Schutzwand. Vielmehr wird laut Verwaltung im Westteil ein Ruhebereich entstehen, der mit Netzcouch und einer Sitzgarnitur die Schüler zum Entspannen einladen soll. Die Bäume mit der Hecke in diesem Bereich sollen erhalten und die Lücken nachgepflanzt werden. Darüber hinaus soll die Hecke im Eingangsbereich ergänzt und verlängert werden.

Vizebürgermeister Roland Müller (CSU) kann sich bestenfalls vorstellen, dort eine etwas dichtere Bepflanzung zu wählen und so einen natürlichen Lärmschutz zu schaffen. Eine Wand lehnte auch er ab.

Mauer wäre Präzedenzfall

Alfons Strähhuber (SPD) geht außerdem davon aus, dass man mit dem Bau der Mauer einen Präzedenzfall schaffen würde. „Dann kommen weitere Anträge, und als nächstes sollen wir dann unsere Spielplätze einhausen“, befürchtet der SPD-Rat.

Um die Situation für die Nachbarsfamilie tatsächlich zu verbessern, wäre laut Verwaltung zudem ein Lärmschutzgutachten notwendig. Ansonsten sei gar nicht klar, dass ein Lärmwall auch tatsächlich eine Verbesserung bringe.

Gutachten wäre teuer

Auf Anfrage von Hartmut Hombach (Grüne) erklärte Seidl, dass ein solches Gutachten Kosten im fünfstelligen Bereich verursachen würde. Dies sei den Nachbarn auch mitgeteilt worden, erklärte der Rathauschef auf die Nachfrage von Hombachs Fraktionskollegin Christine Wunderl.

Letztlich lehnten die Räte eine bauliche Anlage zum Lärmschutz einstimmig ab. Stattdessen verwiesen sie in ihrem Beschluss noch einmal auf die geplante Umgestaltung, bei der in anderer geeigneter Weise auf die Belange der Nachbarn (beschwert haben sich übrigens nur einige wenige) eingegangen werden soll.

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