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Maisacher Festwoche

Bayerns Wollkönigin in Maisach gekürt

Krönender Abschluss der Maisacher Festwoche: Bei der Schafschau wurde das Zepter an die neue Wollkönigin Bayerns übergeben. Gleichzeitig zog der  Jungtierzüchterwettbewerb Menschen aus Nah und Fern an.

Maisach – Die zahlreichen Schafe in ihren Gehegen zeigten sich sichtlich unbeeindruckt. Sie hatten keinen blassen Schimmer, dass in diesem Moment ihre künftige Herrscherin erkoren wird. Auf der Maisacher Festwoche bestieg die neue Wollkönigin Bayerns ihren Thron. Sie heißt Simone Ostermeier und kommt aus Schwand, einem Ortsteil Schönsees in der Oberpfalz.

Die 19-jährige Abiturientin strahlte über beide Ohren und meisterte ihren ersten Auftritt vor den Fotografen gekonnt. Simone I., wie sie sich nun nennen darf, übernahm die Krone von Vorgängerin Kerstin Müller aus Franken. Vorgeschlagen hatte die Pfälzerin ein Freund der Familie. Denn eine Mitgliedschaft im Landesverband und das Identifizieren mit der Schafzucht sind Pflicht.

Beides bringt Simone Ostermeier mit: „Ich bin sozusagen im Stall aufgewachsen“, erklärt die angehende Studentin ihre Verbundenheit zur Schafzucht. Wie viele andere ist das für sie nicht nur eine einfache Freizeitbeschäftigung, sondern auch harte Arbeit im elterlichen Betrieb: „Daheim stellen wir Lammfleisch und Schafwurst her“, erzählt sie.

Ihr neues Amt will Simone I. mit aller Würde ausführen. Dazu gehört vor allem die Repräsentation: „Ich will ein Vorbild für junge Menschen sein und die Nachwuchszüchter ermuntern, immer weiter zu machen“, sagt sie in ihrer Antrittsrede. Für die 19-Jährige sind Schafe nicht nur Woll- und Fleischlieferanten, sondern auch ein großer Bestandteil der bayerischen Tradition und vor allem wichtige Naturschützer. Sie erzählt, dass Schafe bestens zur Landschaftspflege taugen, da sie überall dort „mähen“ würden, wo man mit großen Maschinen nicht hinkommt.

Während die Krone der Wollkönigin am Abend Maisach Richtung Oberpfalz verließ, blieb die der Jungzüchter im Ort – zumindest bei den allerkleinsten Schaffreunden. Die Schülerin Katharina Graf konnte sich gegen eine große Konkurrenz durchsetzen und errang den Titel für Disziplinen wie Wolle zuordnen und Tiere aufreihen.

Insgesamt waren 60 Teilnehmer zwischen sechs und 25 Jahren beim internationalen Jungtierzüchterwettbewerb vertreten, darunter aus ganz Deutschland, Österreich und Südtirol. „Der Ehrgeiz ist beim Nachwuchs riesig“, bezeugt Zuchtleiter Christian Mendel, der die abschließende Bewertung vornimmt. „Die Stimmung hier ist überragend und der Respekt unter den Züchtern ist sehr groß“, erklärt er sich daher auch die Begeisterung vieler Kinder und Jugendlicher. Zur Belohnung für die harte Arbeit erhielten die Teilnehmer eine Urkunde: „Ich bin mir sicher, dass mindestens die Hälfte davon der Schafzucht treu bleibt und ich sie auch in Zukunft hier in Maisach sehen werde“, freut sich Mendel.

Schafglocken fürden Nachwuchs

Zur Erinnerung durften die Nachwuchszüchter noch jeder eine Schafglocke mitnehmen. Die Veranstalter wollten mit diesem wertvollen Geschenk ein bleibendes Erinnerungsstück aus Maisach überreichen. Dieses Ereignis wie auch die Krönung der Wollkönigin waren Teil der diesjährigen Schaf-, Ziegen- und Kleintierschau der Festwoche, die der Schäferstammtisch zum 35-jährigen Bestehen der Prämierung in den Ort holen konnte. Michael Strauß vom Vorstand spricht von „einem echten Event“, das man in der Schafzüchter-Hochburg Maisach organisiert hat. „Damit ist aber auch ein großer Arbeitsaufwand verbunden. Ein Dank gilt den vielen Helfern“, sagt der Züchter stolz. (mk)

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