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Georg S. sitzt erneut in U-Haft. Er soll seine Lebensgefährtin in diesem Haus ermordet haben.

Bluttat in Maisach

Frau getötet – Täter saß bereits wegen Mordes in Haft

Maisach - In Maisach ist ein Beziehungsstreit eskaliert. Eine 67-jährige Frau wurde von ihrem Lebensgefährten getötet. Er ist für die Polizei kein Unbekannter und hatte Verbindungen in die Rotlicht-Szene.

In den 1990er Jahren nannte man ihn in der Münchner Rotlichtszene nur den Zuhälter-Schorsch. Weil Georg S. mal mit einer Prostituierten liiert war. Und weil der gebürtige Straubinger ein Mann war wie ein Kleiderschrank: 100 Kilo Kampfgewicht und 1,86 Meter groß. In den vergangenen 20 Jahren war es ruhig um den heute 65-Jährigen geworden. Kein Wunder: Schließlich saß Georg S. fast die gesamte Zeit im Gefängnis. Weil er betrunken einen Mann niedergeschlagen hatte, der an den Verletzungen später starb. Und weil er im Jahr 2000 wegen Mordes verurteilt worden war. Er hatte seine damalige Lebensgefährtin, eine Friseurin, erwürgt.

15 Jahre nach einem Mord kam Georg S. frei

Im August vergangenen Jahres wurde Georg S. aus der Sicherungsverwahrung entlassen – 15 Jahre nach dem Mord. Der psychiatrische Gutachter war zu dem Schluss gekommen, dass S. nicht mehr gefährlich ist. Eine fatale Fehleinschätzung.

Georg S. zog nämlich nach seiner Entlassung in den kleinen Weiler Deisenhofen bei Maisach zu seiner Freundin Gordana (67) in eine Drei-Zimmer-Wohnung ins Dachgeschoss eines Mietshauses.

Die Nachbarn erlebten das Paar als harmonisch. Monatelang schien Georg S. auf einem guten Weg, sich wieder in die Gesellschaft einzufinden. Er hatte einen Bewährungshelfer und sollte fünf Jahre unter Führungsaufsicht stehen. Allerdings verstieß er gegen die Auflage, seine neue Adresse in Deisenhofen den Behörden zu melden. Deshalb hatte er am Montagnachmittag einen Termin bei seinem Anwalt in München, der seinem Mandanten empfahl, diese Meldung schnellstens nachzuholen.

"Ich habe meine Freundin getötet"

Im Zuge dieses Gesprächs sagte S. nach Informationen der „tz“ plötzlich: „Ich habe aber noch ein anderes Problem. Ich habe meine Freundin getötet...“ Der Anwalt informierte daraufhin die Kripo Fürstenfeldbruck, die sogleich eine Streife nach Deisenhofen schickte. Die Beamten traten die Wohnungstür ein und fanden die Lebensgefährtin  tot in der Wohnung. Georg S. wurde daraufhin gegen 17.15 Uhr in der Kanzlei seines Anwalts festgenommen. Weitere Angaben zu der Tat macht er bislang nicht. „Nach den ersten Feststellungen starb die Frau vor mehreren Tagen gewaltsam“, sagt ein Polizeisprecher. Sie wurde gestern obduziert, zur Todesursache wollte sich die Polizei nicht äußern. Sie geht von einem Beziehungsstreit aus.

Georg S. wurde am Dienstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt. Er sitzt nun wieder in Untersuchungshaft – nach nicht einmal einem Jahr in Freiheit.

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