Erzieherinnen sind in allen Kitas gesucht. Die Stadt möchte durch das Modell OptiPrax weitere Bewerber anlocken. Auch eine Prämie während der Schulzeit ist im Gespräch. symbolFoto: dpa
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Erzieherinnen sind in allen Kitas gesucht.

Maisach

Rotes Kreuz führt neue Container-Kita

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
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Jetzt ist es klar: Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) wird Träger des Container-Kindergartens, der in Maisach wegen fehlender Plätze aus dem Boden gestampft wird. Die Kita wird am Strasserwinkel errichtet.

Maisach – Dass die Lücke von rund 50 Plätzen geschlossen werden kann, stand fest (wir berichteten). In der jüngsten Gemeinderatssitzung machte Bürgermeister Hans Seidl (CSU) nun den Träger der Einrichtung bekannt: das BRK. Er könne das jetzt öffentlich sagen, so Seidl, weil das Rote Kreuz bereits Personal für die Einrichtung suche.

Standort am Strasserwinkel

Auch der Standort für die Container wurde genannt: am Strasserwinkel, dort wo während der Volksfestzeit sonst die Pferde untergebracht sind. Es handelt sich um die Wiese östlich des Vereinsheims von Schützen und Blaskapelle. Sollte also in den nächsten zwei Jahren ein Volksfest stattfinden können, so müsse man für die Pferde temporär einen anderen Platz finden, sagte der Rathauschef.

Der Standort ist aus mehreren Gründen praktisch. Er ist aus Maisach und aus Gernlinden gut zu erreichen. Das Gelände ist erschlossen. Nur die Anschlüsse für IT, Elektro, Wasser und Abwasser sind noch zu machen. Und es gibt vor Ort genug Parkplätze.

Dem Gemeinderat lagen von fünf Herstellern Angebote vor. Für Container (Raumhöhe 2,15 Meter) und Module (2,75 Meter). Es kam die Frage auf, ob es in Corona-Zeiten mit Blick auf das Lüften nicht besser sei, höhere Räume zu nutzen. Antwort der Verwaltung war, dass die Unterschiede marginal seien.

Der Preis

Der Gemeinderat wählte die Containerlösung für insgesamt 173 000 Euro netto. Für diesen Preis werden auf einer Fläche von 307 Quadratmetern 18 Container nebeneinander zu einem Kindergarten gruppiert. Spätestens Mitte September soll die Anlage schlüsselfertig an die Kommune übergeben werden. Sie ist für zwei Jahre gemietet.

Patrick Götz (Grüne) forderte, die Eltern, deren Kinder auf der Warteliste stehen, künftig so gut wie möglich über den Fortgang zu informieren. Die Eltern bräuchten Planungssicherheit, und zwar nicht erst im August. Es sei ja auch zu beachten, dass nicht alle Kinder auf einmal aufgenommen werden, sondern sich die Eingewöhnungszeit hinziehen werde.

Kita-Referentin Gabriele Rappenglitz (CSU) sagte dazu, man plane das alles ein. Ein Rechtsanspruch auf den Platz bestehe erst ab dem dritten Geburtstag. Und es würden nicht alle auf der Warteliste gleich im September drei Jahre alt.

Kritik von Elternseite und von den Grünen widersprachen Rappenglitz („Wir haben sofort auf die Lücke reagiert“) und Seidl („Wir haben umfangreich und zeitnah informiert“).

Götz forderte zudem den Bau von flexiblen Einrichtungen, sodass man schnell auf Engpässe in allen Bereichen (Krippe, Kindergarten, Mittagsbetreuung, Hort) reagieren könne. Laut Rathaus-Amtsleiter Peter Eberlein ist das nicht machbar. Wenn der Bedarf für eine Krippe da ist und die Kommune daraufhin eine Krippe baut, bekommt sie für eine Krippe Zuschüsse. Man könne zwar flexibel im Voraus bauen und dann je nach Bedarf die Einrichtungsform wählen – aber dann gebe es keine Zuschüsse.

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