Der Mobilfunkmast auf dem Kühberg bei Überacker steht seit dem Jahr 2005. Er war damals heftig umstritten. Der Pachtvertrag mit der Telekom läuft im Jahr 2020 aus.

Standort auf dem Kühberg

Bürger sollen über Funkmast entscheiden

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Soll der Mobilfunkmast auf dem Kühberg bei Überacker stehen bleiben? Das werden bald die Bürger gefragt. Denn wenn der Vertrag mit der Telekom ausläuft und die Anlage abgebaut wird, dürfte der Handy-Empfang in Überacker und auch in Rottbach gegen Null gehen.

Überacker – Seit 2005 steht der umstrittene Mast. Die Anlage wurde aber in dieser Zeit nicht technisch aufgerüstet, widersprach Rathauschef Hans Seidl jüngst einer Bürgerin in einer CSU-Ortsteilversammlung in Überacker. Der Vertrag wurde um die bereits damals abgesprochene Zeit verlängert und laufe seines Wissens im Jahr 2020 aus.

Doch was passiert dann? Der private Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Funkmast aufgestellt wurde, steht zu seinem Versprechen: Wenn die Bürger von Überacker wollen, dass mit Vertragsende die Anlage abgeschaltet wird, dann soll das so geschehen. Doch dann, so Seidl, wäre der Mobilfunkempfang in Überacker und im von der Anlage mitversorgten Rottbach „Schwach bis gar nicht mehr vorhanden“. Man bräuchte dann einen anderen Standort für einen Funkmasten. Die Suche danach war aber bereits vor drei Jahren gescheitert.

Daher sollen die Bewohner von Rottbach und Überacker in den Bürgerversammlungen im nächsten Jahr befragt werden: Wollen sie, dass die Anlage abgeschaltet wird?

Die Telekom ist laut Seidl weiterhin an der Anlage auf dem Kühberg interessiert. Mit einer höheren Antenne könnte die Reichweite verbessert werden. „Das wäre besonders für Rottbach notwendig“, sagt Seidl. Denn aus dem Ortsteil gebe es immer wieder Klagen über schlechten Empfang. Obwohl eine Aufrüstung für die Telekom dem Rathauschef zufolge nicht gewinnbringend wäre, würde der Konzern sie umsetzen. „Aber für diese Zusage haben wir kämpfen müssen“, sagt Hans Seidl.

Der Mast ist seit dem Jahr 2005 ein Streitthema. Damals hatte der Landwirt aus Überacker sein Grundstück auf dem Kühberg für die Telekom zur Aufstellung einer Funkanlage freigegeben. Weil der Standort rund 300 Meter von der Wohnbebauung entfernt liegt, habe er sich nichts dabei gedacht, sagte er.

Doch es gab wütende Proteste von Mobilfunkgegnern, sogar eine Blockade der Zufahrt mit Autos und Traktoren. Es wurden rund 400 Unterschriften gegen die Anlage gesammelt, Anwohner und Nachbarn fürchteten gesundheitliche Schäden durch die Funkstrahlung. Dem Grundstückseigentümer wurde Profitgier vorgeworfen. „Es ging massiv zur Sache“, erinnert sich Bürgermeister Seidl. „Bis hin zu persönlichen Anfeindungen und Sachbeschädigungen.“ Im Herbst 2005 wurde gar das Grab der Familie verwüstet.

Der Grundeigentümer hatte schon im Sommer 2015 alles versucht, aus dem Zehn-Jahres-Pachtvertrag mit der Telekom wieder auszusteigen. Doch das war rechtlich nicht möglich. Und auch die Gegner hatten weder planungs- noch bau- oder immissionsschutzrechtlich Chancen, das Projekt noch zu verhindern.

„Mittlerweile hat sich die Lage in Überacker beruhigt“, meint Seidl. Doch weil der Vertrag bald ausläuft, muss das Thema wieder auf den Tisch. Zugleich gibt es einen möglichen Alternativstandort im Bereich Oberlappach/Rottbach. Auch das werde mit den Bürgern besprochen.

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