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Für Bauvorhaben wird schon mal abgeholzt.

Bürgerversammlung

Dorf darf nicht total versiegelt werden: Maisachs  Bürgermeister will Bäume retten

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Der Siedlungsdruck auf Maisach ist immens, die Grundstückspreise sind mittlerweile gigantisch. An den Erhalt von Bäumen verschwenden viele Bauherren daher keinen Gedanken. Bürgermeister Hans Seidl will gegensteuern.

Maisach – „Ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, dass wir in zehn Jahren ein total versiegeltes Dorf haben“, sagte Seidl vor den rund 110 Anwesenden bei der Bürgerversammlung im Gemeindezentrum. Ob das Mittel der Wahl eine Baumschutzverordnung ist, ließ der Rathauschef auf die Frage eines Zuhörers dahingestellt. „Die Verwaltung muss uns Optionen aufzeigen, die wir dann im Gemeinderat diskutieren.“ Auch die Bürger sollen an dem Entscheidungsprozess beteiligt werden.

Applaus bei einem strittigen Thema

Anders als Maisach hat Gernlinden eine Baumschutzverordnung. „Sonst wäre dort in den 1990er-Jahren alles abgeholzt worden.“ So aber habe der Ort trotz starker Nachverdichtung seine Grünstruktur erhalten. Er verstehe die Emotionen und Widerstände bei dem Thema, betonte der Rathauschef. Aber: „Wenn von uns keiner einen Baum pflanzt, werden unsere Kinder nicht im Schatten sitzen.“ Dafür gab es Applaus.

In der Diskussion mit den Bürgern kamen vor allem die Themen Wohnbau und Verkehr aufs Tapet. Ein Anwohner der Aufkirchner Straße beschwerte sich, dass die Südumfahrung nicht die gewünschte Verkehrsentlastung bringe. Vielmehr sei die neue Straße „ein Ruheort“, während der Verkehr sich nach wie vor durch den Ort wälze. Schuld daran ist in den Augen des Bürgers eine unzureichende Beschilderung.

Ortstermin an der Umfahrung

Seidl räumte ein, dass nachgebessert werden muss. Da die Südumfahrung aber eine Staatsstraße ist, darf die Gemeinde bei der Beschilderung zwar mitreden, aber nicht mitentscheiden. Nach Ostern ist ein Treffen mit Vertreten von Staatlichem Bauamt, Landkreis-Verkehrsbehörde und Polizei geplant, um die neuralgischen Punkte nochmals zu untersuchen und eventuell weitere Schilder zu beschließen. Im Übrigen brauche es Zeit, bis eine neue Straße angenommen werde. „Die Südumfahrung ist noch nicht in den Navis.“

Ein Anwohner der Frauenstraße regte an, dort die Geschwindigkeit zu messen. Gefühlt ein Drittel der Fahrer halte sich nicht an das vorgeschriebene Tempo 30, auch viele der alle sieben Minuten fahrenden Linienbusse nicht. „Wenn der Bus spät dran ist, fährt er mit Vollgas durch.“

Warum Aldi?

Auf eine Frage zum zweiten Teil des Einheimischen-Baugebiets Maisach-Ost erklärte Seidl, es werde in zwei Abschnitten realisiert. Insgesamt sollen auf 14 000 Quadratmetern zehn Reihen- und 20 Doppelhäuser entstehen. Bis zum Spätherbst soll der Bebauungsplan für die erste Hälfte fertig sein. Die Grundstücksvergabe ist für Anfang 2020 geplant.

Warum es noch einen Aldi brauche, wenn im Ort schon Rewe, Edeka und Rossmann vertreten seien, wollte eine Zuhörerin wissen. Seidl entgegnete, man wolle den Bedarf für Maisach und Gernlinden abdecken und kurze Wege ermöglichen. Momentan würden Discounter-Kunden nach Mammendorf oder Bruck fahren. Wohin der Schießplatz der Bogenschützen verlegt werden soll, wollte ein Bürger wissen – über den jetzigen Platz führt die Trasse des geplanten Radwegs nach Gernlinden. Es gebe zwischen beiden Orten auf der Südseite der Bahn einen Ausweichstandort, so Seidl.

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