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Bürgerversammlung

Doppeltes Ja zum Mobilfunk in  Rottbach und Überacker

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Mobilfunk war das beherrschende Thema der ersten Maisacher Bürgerversammlung. Die Zuhörer aus Überacker und Rottbach entschieden, dass der Handyempfang in ihren Ortsteilen verbessert werden soll.

Rottbach/Überacker – Bürger aus Überacker haben dafür votiert, dass der Funkmast auf dem Kühberg auch nach dem Jahr 2020 in Betrieb bleiben soll. Zudem befürworteten die in den Gasthof Heinzinger gekommenen Rottbacher, dass die Gemeinde mit dem Grundbesitzer und der Telekom über einen weiteren Standort verhandeln soll: Ein bisher nur für den Behördenfunk genutzter Mast bei Oberlappach könnte für den kommerziellen Mobilfunk aufgerüstet werden. Insgesamt soll so der Empfang im bis dato unterversorgten Gebiet nördlich von Maisach stabilisiert werden.

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) betonte, dass das jeweilige Votum – nur die Überackerer hatten über den Mast am Kühberg, nur die Rottbacher über den Standort nahe Oberlappach abgestimmt – dem Gemeinderat ein Stimmungsbild liefere. Die endgültige Entscheidung, wie es nun weitergeht, müssten die Kommunalpolitiker treffen.

Beide Masten waren/sind umstritten. Mehrere hundert Bürger hatten sich 2011 gegen den Behördenfunk-Standort gewehrt, sodass der Mast nicht nahe Frauenberg, sondern weiter von der Wohnbebauung entfernt auf einem Feld bei Oberlappach aufgestellt worden war. Damals war den Bürgern versprochen worden, dass die Anlage nur für Behördenfunk genutzt wird. „Sie können uns aber jetzt von diesem Versprechen entbinden“, sagte Seidl in der Bürgerversammlung.

Zusage vom Eigentümer

Auch in Bezug auf den Mast am Kühberg gibt es eine Zusage vom privaten Grundeigentümer und von der Kommunalpolitik: Der Mast, seit 2005 in Betrieb und am Anfang heftig bekämpft, sollte 2020 abgeschaltet werden. Dann hätte Überacker so gut wie keinen Empfang mehr. Daher das Angebot, den Vertrag zu verlängern, wenn das die Bürger in Überacker mehrheitlich befürworten.

„Wenn sich der Grundeigentümer nicht an sein Versprechen hält, ist er ein Lügner“, sagte ein Bürger in der Aussprache. Andere hielten dagegen. „Das Handy ist absolut wichtig, wir müssen mit der Zeit gehen“, hieß es. „Sorgen Sie für ein gutes Netz“, wandte sich ein anderer Bürger direkt an den Rathauschef. Ein Mann, der von zu Hause aus arbeitet, forderte: „Der Empfang darf nicht noch schlechter werden. Wir brauchen das Netz für unsere Zukunft und die der Jugend.“

Einer der wenigen jüngeren Zuhörer sagte mit Blick auf seine Altersgenossen: „Wenn’s hier gar keinen Empfang mehr gibt, ist der Teufel los.“ Von zwei Rednern wurde auf einen Alternativstandort gedrängt. Seidl sagte dazu, dass niemand bereit sei, bei Überacker eine Fläche für einen Funkmast zur Verfügung zu stellen. „Das will ich meiner Familie nicht zumuten“, zitierte der Bürgermeister die Antworten, die er erhalten habe. Alle erinnerten sich an die persönlichen Anfeindungen, die der Kühberg-Eigentümer ertragen musste. Seidl appellierte an alle, an die nächsten Generationen zu denken. Bei den zwei Abstimmungen gab es dann insgesamt auch nur vier Gegenstimmen.

So geht es weiter

Über beide Masten wird nun im Gemeinderat beraten. Dann können die Gespräche mit den zwei privaten Grundeigentümern beginnen. Ist der Besitzer der Fläche am Kühberg bereit, den Vertrag mit der Telekom über das Jahr 2020 hinaus zu verlängern? Und erlaubt der Eigentümer, auf dessen Areal der Behördenfunkmast steht, dass die Anlage für kommerziellen Mobilfunk aufgerüstet wird? Die Telekom ist bereit, am Kühberg weiterzumachen und nahe Oberlappach neu einzusteigen. Andere Standorte kommen für das Unternehmen nicht in Frage. Schon diese beiden würden sich wegen der geringen Zahl der Nutzer nicht rentieren, hieß es seitens der Telekom

Auf Rottbacher Flur wären zwei Windräder möglich

Auch die Windkraft war ein Thema in der ersten von vier Bürgerversammlungen. Auf Rottbacher Flur wären zwei Anlagen möglich. Der Abstand zur Wohnbebauung würde 800 bis 850 Meter betragen. Würde die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellen, wäre das Projekt machbar. Bürgermeister Hans Seidl betonte, dass die Gemeinde mehrere Unternehmen angesprochen habe, die Windräder bauen. Diese prüfen die Standorte. Ergebnisse erwarte man nach Ostern. Komme eine Fläche in Frage, werde es eine eigene Bürgerversammlung zum Thema Windkraft geben: Der Gemeinderat wolle wissen, ob die Bürger dafür oder dagegen seien.

 Dann ging’s noch um Wohnen und Verkehr. Ein größeres Baugebiet sei in nächster Zeit in Rottbach nicht geplant, beantwortete Seidl eine Frage. Der Gemeinderat versuche aber, im Einzelfall zu helfen, wenn jemand in seinem Heimatort bauen möchte. Zudem verteidigte der Rathauschef die Entscheidung, die Straße von Unterlappbach nach Diepoltshofen erst 2020 komplett neu zu bauen. Heuer werde der Belag aber nochmals ausgebessert, sicherte er zu. Ein Bürger hatte eine Senke als „Badewanne“ bezeichnet und gemeint, dass sei nicht mehr verkehrssicher. Und schließlich wird die Verwaltung prüfen, was aus dem Antrag eines Rottbachers wurde, den er in der Bürgerversammlung 2017 gestellt hatte: nämlich die Bürgermeister-Mösl-Straße zur Tempo-30-Zone zu machen.

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