Bruno Scharte ist das letzte lebende Gründungsmitglied der Luitpold-Musikanten. Zum 40-jährigen Bestehen nahm er am „Oachebam“ in der Dorfmitte Platz.
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Bruno Scharte ist das letzte lebende Gründungsmitglied der Luitpold-Musikanten. Zum 40-jährigen Bestehen nahm er am „Oachebam“ in der Dorfmitte Platz.

Luitpold-Musikanten

Eichen-Pflanzung und Wette münden in Kapelle

Eine Eiche, die am Karsamstag 1981 in der Ortsmitte von Germerswang gepflanzt wurde, und 50 Liter Bier haben zur Gründung der Luitpold-Musikanten geführt. Deren 40. Geburtstag wurde nun bei einer Messe im Freien unter strenger Einhaltung der Corona-Regeln gefeiert.

Germerswang – In der Ortsmitte wurde bereits 1891 eine Eiche gesetzt: zum 70-jährigen Geburtstag von Prinzregent Luitpold. 1981 wurde dort erneut eine Eiche gepflanzt – mit anschließender Feier natürlich. Und wie üblich sorgten die Steber-Brüder Adolf, Hans, Hubert und Martin mit Josef Bichl, Mitglieder der längst aufgelösten Tanzkapelle Melodia, für die musikalische Unterhaltung. Angetan vom Können der Musiker waren damals besonders Bruno Scharte und Kurt Kellner. Sie fragten Adolf Steber, ob auch sie in ihrem Alter (damals 30 und 40 Jahre alt) noch ein Instrument lernen könnten. Steber bejahte – doch drei Festgäste hielten dagegen. Die Wette lautete dann, dass Scharte und Kellner bei der Weihnachtsfeier des Schützenvereines ein Musikstück vortragen müssen. Wetteinsatz: 50 Liter Bier.

Scharte kaufte sich eine Klarinette, Kellner lieh sich eine aus. Adolf Steber unterrichtete die beiden. Schon nach wenigen Wochen kam mit Ludwig Niklas (Saxophon) und Richard Göttler (Trompete) Verstärkung. Und sie schafften, was ihre drei Kontrahenten nicht für möglich gehalten hatten: Unter dem Namen „Luitpold-Musikanten“ spielten sie 1981 bei der Weihnachtsfeier des Schützenvereins das Lied „Lustig ist das Zigeunerleben“. Das Stück passte zwar nicht zwingend zu einer Weihnachtsfeier – aber die Wette war gewonnen.

Schnell kamen die ersten Anfragen für Auftritte, die Musiker wurden immer mehr, mehrfach wurde der Probenraum gewechselt. Adolf Steber leitete die Kapelle. Später entstand die Idee zum Starkbierfest im Gasthaus Mösl in Germerswang – ein weiterer Meilenstein.

Es folgten Auftritte im Fernsehen, in ganz Deutschland und im Ausland. Jetzt freuen sich die Musiker aber erst einmal darauf, wenn sie nach Ende der Pandemie wieder in großer Gruppe vor heimischem Publikum spielen dürfen.

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