Umgehungsstraße

Ein Jahr Südumfahrung Maisach - das ist die Bilanz

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Heute vor einem Jahr ist die Südumfahrung von Maisach eröffnet worden. Die Gemeinde hatte jahrelang für das Projekt gekämpft, das insgesamt zehn Millionen Euro gekostet hat. Doch wird die neue Straße auch genutzt? Sorgt sie für Entlastung im Ort? Einige Zahlen dazu gibt es schon.

Maisach – Eine Verkehrszählung direkt an der Umgehung soll im kommenden Jahr stattfinden, sagt Bürgermeister Hans Seidl (CSU). Aber es gibt bereits Erkenntnisse aus einer 24-Stunden-Zählung, die im Juli an der Kreuzung der Kreisstraße FFB 1 mit der Verbindungsstraße Maisach (früher Staatsstraße 2054) stattgefunden hat. An der Abzweigung Richtung Frauenberg/Aufkirchen waren die Ströme per Videoaufzeichnung gemessen worden, zudem waren Autofahrer Höhe Biohof Hirschvogl angehalten und befragt worden.

Ergebnis ist, dass die Belastung auf der früheren Staatsstraße westlich von Maisach um 16 Prozent zurückgegangen ist, auf der FFB 1 Höhe Bahnüberführung beträgt das Minus elf Prozent. Im Schwerlastverkehr ist die Entlastung deutlicher: Westlich von Maisach sind 30 Prozent weniger Busse und Lkw unterwegs, Höhe Bahnstrecke sind es gar 35 Prozent.

Andererseits nutzen viele Fahrer, die aus Richtung Osten kommen, weiterhin den Weg mitten durch den Ort – obwohl sie die Umgehung nehmen könnten. Es ist von einem Potenzial von rund 1300 Fahrzeugen pro Tag (darunter rund 60 Schwerlastfahrzeuge) die Rede, die man noch auf die Umfahrung „umleiten“ könnte.

Bürgermeister zeigt sich mit der Südumfahrung zufrieden

Bürgermeister Seidl ist vorerst zufrieden mit diesem Ergebnis und sagt: „Man kann jetzt in Maisach zu Stoßzeiten wieder normal über die Straße gehen.“ Rathaus-Amtsleiter Peter Eberlein hat ebenfalls beobachtet, dass sich die Verkehrsströme „wesentlich verändert“ haben: Wenn er auf der FFB 1 Richtung Maisach fahre, dann sei er mittlerweile als Linksabbieger Richtung Rathaus fast alleine. „Früher gab es dort eine lange Schlange.“ Viele würden nun den Weg rechts Richtung Umfahrung nehmen. Und auf der neuen Straße habe der Verkehr im zweiten Halbjahr merklich zugenommen.

Probleme mit Unfällen gebe es nicht, betonen Seidl und Eberlein – und das wird von der Polizei bestätigt. „Auf der Südumfahrung ist keine Unfallhäufung erkennbar“, sagt Hermann Mitterer, Verkehrsexperte der Olchinger Inspektion. Er könne sich sogar nur an einen Unfall erinnern: Eine Motorradfahrerin hatte auf der Südumfahrung kommend am Ende Höhe Gernlinden den Kreisverkehr übersehen. Die Beschilderung sei aber generell ausreichend. Ja, es gebe Raser, sagt Mitterer, aber einem fest installierten Blitzer werde die oberste Landesbehörde „bestimmt nicht zustimmen“. Zumal es sich um Einzelfälle handele.

Seidl gibt zu: „Ich hätte Schlimmeres erwartet, was Raser betrifft.“ Denn die Strecke ist sehr gerade und rund 3,6 Kilometer lang. Beschwerden über Raser sind bei der Polizei kaum eingegangen, dafür einige im Rathaus.

Und noch ein Thema geistert im Zusammenhang mit der Umgehung derzeit durch Maisach. Es gebe so viele Wildunfälle, heißt es. Mitterer bestätigt, dass es bereits einige Rehe erwischt habe – aber nicht in so hoher Zahl, dass man etwas verändern müsse. „Die Straße liegt halt in einer Freifläche, und da leben Tiere.“

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Das war der Bericht von der Eröffnung der Südumfahrung Maisach.

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