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Ein Geschenk für die Entwicklung der Region, sei die neue Trasse. Das betonen die Politiker. Maisacher Grundschüler öffnen symbolisch ein großes Paket, aus dem Luftballons in den Himmel steigen. 

Ort vom Durchgangsverkehr befreit

„Ein Schritt in die Zukunft“: Maisachs Südumgehung ist eröffnet

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Die Südumgehung von Maisach entlastet die Bürger des Ortes vom Durchgangsverkehr. Doch die Trasse ist viel mehr als nur eine neue Straße: Sie steht als Symbol für die künftige Nutzung der Flächen, die früher zum Fliegerhorst Fürstenfeldbruck gehört haben.

Maisach– Ein überdimensionales, weißes Geschenkpaket mit roter Schleife steht quer auf dem makellosen, schwarzen Asphaltband, als sich am Dienstag Vertreter des öffentlichen Lebens zur offiziellen Verkehrsfreigabe der Südumgehung versammeln. Kinder der Klasse 2d der Maisacher Grundschule öffnen das Paket mit Hilfe von Seilen – und bunte Luftballons schweben in den blauen Himmel.

„Die Kinder symbolisieren die Zukunft unserer Gemeinde und unserer Region. Für unsere Kinder bringen wir solche Projekte auf den Weg“, sagte Bürgermeister Hans Seidl. Mit der Straßemeröffnung beginne eine neue Zeit, so der Maisacher Rathauschef. Die neue Trasse ist 3,6 Kilometer lang. Dank der günstigen Witterung konnten das zehn-Millionen-Euro-Projekt noch dieses Jahr abgeschlossen werden.

14 Jahre nach Aufgabe der militärischen Nutzung des Fliegerhorstes könne das Gelände nun in einer neuen Art und Weise der Region und den Menschen dienen wird, so Seidl weiter. Die Nachnutzung sei eine große Verantwortung für alle in der Gegenwart – und noch mehr für alle Generationen in der Zukunft. „Dieser Verantwortung sollen und können wir nur gemeinsam gerecht werden“, sagte der Maisacher Bürgermeister

Seidl erinnerte daran, dass es ohne die Unterstützung des kürzlich aus dem Amt geschiedenen Landtagsvizepräsidenten Reinhold Bocklet die Südumgehung nicht geben würde. Bocklet selbst sagte, dass gestern für ihn ein ein ganz bedeutender Tag gewesen sei. „Wenn man seit dem ersten Tag an der Sache mit beteiligt ist, dann freut einen die Fertigstellung der Straße umso mehr.“ Bocklet erinnerte an den Mut von Maisachs Altbürgermeister Landgraf, der gegen einen Flugplatz für Zivilflieger kämpfte, und an die Entschlossenheit des Gemeinderates, das beschlossene Konzept durchzusetzen. Ohne die Entscheidung von BMW, sich am Fliegerhorst anzusiedeln, so Bocklet, wäre die Überplanung des Gebietes unmöglich gewesen. „Danach konnte die Mehrheit im Landtag überzeugt werden.“ Auch die Umsetzung der Naturschutzrichtlinien FFH sei nicht einfach gewesen. Landrat Thomas Karmasin bezeichnete die Südumgehung als „ein Geschenk, wie man es sich so eine Woche vor Weihnachten wünscht“. Pfarrerin Kerstin Greifenstein und Pfarrer Terance Palliparambil segneten die Trasse.

Zahlen und Fakten

Die Südumgehung Maisach liegt in weiten Teilen auf der Trasse eines früheren Taxiways des Flugplatzes Fürstenfeldbruck. Sie ist 3631 Meter lang, die Fahrbahn ist sieben Meter breit. Auf der Straße gibt es zwei Kreisverkehre mit einem Durchmesser von je 40 Metern. Drei Einmündungen führen zum Polizeigelände, nach Maisach-Süd und zu dem Areal, auf dem offiziell noch der Bau einer Trabrennbahn geplant ist. Die Straße weist eine Unterführung (Geh- und Radweg) auf, auf einer Länge von vier Kilometern gibt es Einfriedungen zum Schutz des nebenliegenden Flora-Fauna-Habitat-Gebiets, dessen hohe Schutzwürdigkeit keinen Radweg-Bau zuließ. Auf dem früheren Taxiway der Bundeswehr mussten 16 000 Tonnen pechhaltiges Material abgebrochen werden, 35 000 Quadratmeter Beton wurden aufgebrochen, 40 000 Kubikmeter Boden wurden bewegt. Die neue Asphaltfläche umfasst 34 000 Quadratmeter. 

Die Baukosten für die Süd-Umfahrung und die Anbindungen werden mit zehn Millionen Euro angegeben, wobei der Freistaat 5,8 Millionen davon übernimmt.. Erste Gespräche über die Umfahrung gab es schon im 1989, wie aus einem Papier der Gemeinde hervorgeht. Wirklich ernst wurde es, als die Luftwaffe große Teile ihres Areals abgab. Damit wurde auch der Taxiway frei, auf dem die Straße jetzt liegt. Zunächst war die Straße Teil des Gesamt-Bebauungsplans, zu dem auch die Traber und BMW gehören. Wegen der Naturschutzproblematik war allerdings die Aufteilung in zwei Pläne nötig. Später kam es zu schwierigen Verhandlungen mit Grundeignern an den Anschlussstellen. Der Spatenstich erfolgte im März 2018

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