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Dank der Hilfe von Belo Foufou Issifou (sitzend) verfügt die togolesische Hauptstadt Lomé jetzt über eine einsatzkräftige Truppe. 

Unterstützung für Afrika

Er bildet Feuerwehrleute in Togo aus

Seit Jahren baut ein Gernlindner mit Sachspenden und Lehrgängen die Feuerwehr in der togolesischen Hauptstadt Lomé mit auf. Inzwischen wurde ein Ausbildungszentrum gegründet, Kontakte zur Botschaft sind geknüpft. Das ehrgeizige Ziel des gebürtigen Togolesen Belo Foufou Issifou: Feuerwachen in ganz Togo installieren.

Gernlinden – Togo 2011. Der Gernlindner Belo Foufou Issifou ist zu Besuch in seinem Heimatland. Dabei gerät er zufällig in einen Feuerwehreinsatz. Mit seinem Wissen, das er bei der hiesigen Feuerwehr gesammelt hat, darf der Lebensretter mit ausrücken. Schnell zeigt sich, die Situation ist nicht zu kontrollieren. Die Mannschaft braucht 45 Minuten zur Unfallstelle, das Verkehrsopfer ist bereits verstorben. Besonders heikel: Keiner der Zeugen konnte Maßnahmen zur Rettung des Mannes einleiten – und in der Zwischenzeit ist bereits an anderer Stelle ein weiterer Unfall geschehen.

Für Belo Issifou wird sofort klar, dass es so nicht weitergehen kann. Durch das Aha-Erlebnis bestärkt, beginnt der 56-Jährige, ein Projekt ins Leben zu rufen. Zusammen mit der Gernlindner Feuerwehr und der Togohilfe aus Maisach sammelt er seit Jahren Sachspenden in Form ausgedienten Materials, das als Entwicklungshilfe nach Togo gelangt. Mehrmals jährlich fliegt er in seine alte Heimat und gibt dort Lehrgänge für Feuerwehrleute.

Inzwischen hat sich das Engagement allerdings weiter ausgedehnt: 2017 gründete Issifou ein Ausbildungszentrum in der togolesischen Hauptstadt Lomé. Ziel der Agamanos Afrika – so der Name der Schule – ist es, das Bewusstsein für Brandgefahr, Sicherheitsrisiken und schädliches Verhalten zu schärfen. Der Clou dabei ist, dass nicht nur Feuerwehrleute teilnehmen, sondern vor allem Zivilisten sensibilisiert werden. „Brandschutz beginnt daheim“, erzählt Issifou über den Unterricht am Feuerlöscher für alle Bürger. „Es ist unglaublich“, so der Gernlindner weiter: „Es muss erst jemand aus Europa kommen um den Menschen in Togo all das zu zeigen.“

Damit dies kein Dauerzustand bleibt, wurden inzwischen bereits vier Lehrer an der Schule ausgebildet. Zwei davon vermitteln Theorie, die anderen beiden üben mit den Teilnehmern praktische Grundlagen, wie etwa Erste Hilfe. „Die Bildung verbessert die Lebensqualität der Bevölkerung eines Landes und macht das Land frei“, so lautet der Leitspruch Issifous, den sich auch das Ausbildungszentrum Agamanos Afrika auf die Fahnen geschrieben hat. Das Kofferwort setzt sich aus dem griechischen Wort „agapé“, das so viel wie Liebe bedeutet, und dem spanischen Wort „hermanos“, den Brüdern, aber auch Schwestern, zusammen. Übersetzt heißt das so viel wie „Brüderliebe in Afrika“ und soll den Gemeinschaftsgedanken verdeutlichen.

In heimischen Gefilden schreitet das Projekt unterdessen ebenfalls voran. Der Gernlindner Feuerwehrkommandant Sebastian Meiler möchte baldmöglichst auf befreundete Feuerwachen zugehen und diese mit ins Boot holen: „Möglicherweise können wir dort auch Material sammeln oder Helfer für die Mission in Togo finden“, erzählt Meiler. Überdies wolle man auch mit dem Landratsamt Kontakt aufnehmen und so mehr Leute auf das Engagement für das afrikanische Land aufmerksam machen. Genauso wissen die Ehrenamtlichen die Politik in Togo auf ihrer Seite. Issifou ist bereits an die Botschaft herangetreten und sieht auch die Ministerien vor Ort in der Pflicht. Man müsse Druck auf die Regierung ausüben, erklärt Issifou seine Vorgehensweise. Ganz nach der Devise: „Auf geht’s! Attacke!“

Issifous Vision geht allerdings noch einen großen Schritt weiter. In den nächsten fünf Jahren will er Feuerwehren flächendeckend in ganz Togo etablieren. Keine leichte Aufgabe, zumal das Land über 7,5 Millionen Einwohner hat und etwa so groß ist wie Baden-Württemberg und Hessen zusammen. Allerdings sind die Bewohner des westafrikanischen Landes äußerst angetan: „Die Leute sind da, nur gibt es noch nicht ausreichend Ressourcen“, erklärt Issifou die Problemlage. Um das Ziel erreichen zu können, denkt der 56-Jährige zukunftsorientiert: „Wir sammeln jetzt so viel Material wie möglich, um dann jeden versorgen zu können.“

Im kommenden Jahr macht sich Issifou im März und im November wieder auf den Weg nach Togo. Über Begleitung durch weitere Feuerwehrleute aus dem Landkreis würde er sich freuen. Und er hofft, bei seiner nächsten Reise nicht nur Sachspenden im Gepäck zu haben, sondern auch die frohe Kunde, dass die Finanzierung eines Feuerwehrautos vorangeschritten ist. Denn: Die Feuerwehr Lomé benötigt dringend ein neues Einsatzfahrzeug und hat über Agamanos Afrika einen Spendenaufruf gestartet. Treffend bringt es Belo Issifou auf den Punkt: „Was ist bitteschön eine Feuerwehr ohne Auto?“

Weitere Informationen gibt es auf der zweisprachigen Internetseite der Schule: www.agamanos.com

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