„Das wird genial“: Organisator Hans-Dieter Scherer.
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„Das wird genial“: Organisator Hans-Dieter Scherer.

In der Pandemie

Ersatz für die Maisacher Festwoche: Er bringt das Volksfest zu den Leuten

Ersatz für die Maisacher Festwoche: Auf dem „Volksfest bei Dir“ treten an neun Abenden über die Gemeinde verstreut Kabarettisten und Musiker auf. Im Interview erzählt Veranstalter Hans-Dieter Scherer von der organisatorischen Herkulesaufgabe und der großen Vorfreude bei allen Beteiligten.

Maisach – Auch heuer fällt die Festwoche aus wegen Corona, ob ein Volksfest to go realisierbar ist, ist offen. Aber mit der neuen Open-Air-Veranstaltungsreihe „Volksfest bei Dir“ naht Hoffnung. An fünf Tagen kommen Kabarettisten nach Maisach, an vier Donnerstagen gibt’s Live-Musik. Organisator ist Eventmanager Hans-Dieter Scherer.

Herr Scherer, Kulturveranstaltungen sind nach langer Zeit jetzt wieder möglich. Wie groß ist die Vorfreude?

Die Brauerei, mich als Veranstalter und natürlich all die Helfer freut es sehr, dass endlich wieder was passiert. Und es freut auch die Leute, dass man wieder zusammenkommen kann. Auch wenn es noch nicht so ist wie früher, ist es ein Anfang. Es war kein Problem, Künstler für das ‚Volksfest bei Dir‘ zu finden. Ich hatte quasi freie Auswahl und kriege Anfragen ohne Ende. Die nächsten fünf Jahre könnte ich vorausplanen.

Wie kann man sich die Veranstaltungen vor Ort vorstellen?

Die Eventreihe organisieren wir mit der Brauerei Maisach. Diese hat einen Lkw, der gleichzeitig die Bühne sein wird. Wir stellen Garnituren auf, es gibt Bierausschank. Und die jeweiligen Wirte vor Ort werden in den Speisenverkauf miteinbezogen. Das Gelände wird zwecks der Einlasskontrollen umzäunt. Mittwochs gibt’s die Kabarettabende und am Donnerstag bieten wir mit der Tanzlmusik dann auch was für die breite Bevölkerung an. Die Eventreihe wird als Open-Air in Malching, Gernlinden, Maisach und am Jexhof stattfinden. Nur bei starkem Regen müssen wir absagen.

Wie ist die Idee entstanden?

Wir hatten vor längerer Zeit ein Folk-Open-Air und andere Veranstaltungen, bei denen der Lkw der Brauerei die Bühne war. Als der Kabarettist Helmut Schleich im Frühling in der Maisacher Brauerei gedreht hat, ist es dann konkreter geworden. Er kannte den Lkw noch und meinte, es wäre doch eine super Sache, den in Corona-Zeiten zu nutzen. So haben dann Brauereichef Michael Schweinberger und ich dieses Konzept geboren. Unsere Idee war: Wenn die Festwoche schon nicht stattfinden kann, dann nehmen wir das jetzt selbst in die Hand. Wir fahren die einzelnen Orte ab und bringen das Volksfest zum Publikum.

Könnte dieses Konzept zukunftsträchtig sein?

Das Format der Eventreihe ist sicherlich eine Chance. Die Erfahrung wird interessant sein, andere Ortsteile aufzunehmen und die Veranstaltungen zu streuen. So können wir sehr viele Menschen erreichen. Schade ist natürlich, dass Kinder dabei relativ außen vor bleiben. Aber wir sind erst einmal froh, dass es überhaupt läuft. Es ist ein irrer Organisationsaufwand, die Unsicherheit bleibt.

Wie sieht es mit den Hygieneauflagen und Genehmigungen aus?

Pro Veranstaltung werden es maximal 250 Leute. Es gibt einen Einlass mit Ticketverkauf plus Registrierung. Wir nutzen die Luca-App und Listen, in die sich die Leute eintragen können, die die App nicht haben. Im abgesperrten Bereich gilt Maskenplicht, aber nicht am Sitzplatz. Pro Veranstaltung musste ich einen fünfseitigen Antrag ausfüllen, plus Hygienekonzept, plus Lageplan. Und parallel musste das alles an das Gesundheitsamt, das uns jetzt das Go gegeben hat. Das ist natürlich bürokratisch, aufwendig und dauert.

Wie ist der Stand wenige Tage vor Start?

Im Großen und Ganzen steht alles. Nur kann der Volkstanzkurs in seiner geplanten Form wohl nicht stattfinden. Das ist mit den momentanen Vorgaben nicht möglich – es wird tagesaktuell entschieden, ob man tanzen darf. Aber Zwiderwurzn spielen an den Donnerstagen trotzdem auf, man sitzt zusammen, trinkt Bier und fühlt sich wohl. Und in Gernlinden wurde der Standort geändert: Wir sind nun auf die Wiese neben dem Restaurant Essraum ausgewichen. Strom und Wasser haben wir dort, die Wirtin vor Ort übernimmt das Speisenangebot.

Auf welche Veranstaltung fiebern Sie am meisten hin?

Mein persönliches Highlight ist Austria 4+ mit dem Musiker Stefan Leonhardsberger. Der versieht bekannte Schlagerhits mit österreichischem Text und singt die inbrünstig. Und mit Austria 4+ spielt er zusätzlich die ganzen Hits von Ambros, Danzer und Fendrich. Das wird genial.

Neun Abende lang Programm an fünf Orten

Kartenverkauf: Die Ticketausgabe erfolgt jeweils an der Abendkasse – nach Reservierung per E-Mail an reservierung @brauerei-maisach.de. Der Eintrittspreis ist vor Ort zu zahlen. Karten für die Kabarettabende kosten 22 Euro, für die Volkstanzabende sind es fünf Euro. Einlass ist stets ab 18.30 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr.

Kabarett: Mittwochs treten auf: Luggi & Guggi (14. Juli, Sportgelände Malching), Franziska Wanninger (21. Juli, Wiese am Essraum Gernlinden), Stefan Kröll (28. Juli, Wiese am Bauhof Maisach) und Josef Brustmann (11. August, Jexhof).

Musik: An vier Donnerstagabenden (15., 22. und 29. Juli und 12. August) spielen ab 19.30 Uhr die „Bayerische Tanzlmusi“ und „Zwiderwurzn“ an dem Ort, an dem es am Vortag Kabarett gab. Zusätzlich spielt am Mittwoch, 6. August, Austria 4+ im Brauereihof Maisach. Vorband: L&M. Hier kosten Tickets 34 Euro. Einlass 16.30 Uhr, Beginn 20 Uhr.

Wetter: Bei starkem Regen fällt der jeweilige Termin aus – ersatzlos. Aktuelle Infos dazu auf der Brauerei-Homepage.

(Matthias Kast)

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