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Antrag der Freien Wähler

Erinnerung an abgerissene Gebäude

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Sollen in Maisach Tafeln aufgestellt werden, die an historische Gebäude erinnern? Der Gemeinderat war sich nicht einig – jetzt soll Archivar Stefan Pfannes eine Einschätzung abgeben und Vorschläge unterbreiten.

Maisach – Vor ein paar Wochen ist an der Estinger Straße das Lagerhaus König abgerissen worden. Wo einst Landhandel und bis vor etwa einem Jahr zumindest noch Blumenhandel betrieben wurde, wachsen bald Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 23 Wohnungen in die Höhe. Der Wandel treibt die Freien Wähler (FW) um. Sie befürchten, dass abgerissene Gebäude wie das Lagerhaus König in Vergessenheit geraten. Daher schlägt die Fraktion vor, mit Informationstafeln auf alte Strukturen hinzuweisen.

Um die Erinnerung lebendig zu halten, sollten in der Nähe einstiger bedeutender Häuser Schilder mit Fotos und Daten platziert werden, so die FW in ihrem Antrag, der nun auf der Tagesordnung des Gemeinderats stand. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) hatte dazu aber noch viele Fragen: „Wie weit gehen wir zurück? Wo fangen wir an? Sind wir nicht schon viel zu spät dran?“ Er hatte einen Gegenvorschlag: Der Gemeinderat könne den Arbeitskreis Geschichte bitten, ein Nachschlagewerk zu historischen Gebäuden zu erarbeiten. Damit könne man das Thema nachhaltiger und tiefer aufbereiten.

Doch FW-Fraktionschef Gottfried Obermair antwortete, seine Fraktion wolle beim ursprünglichen Antrag bleiben. Und Archivar Stefan Pfannes, für die CSU im Gemeinderat, sagte, der Vorstoß der FW gehe in die richtige Richtung. „Es wird aber schwierig, die richtigen Plätze festzulegen.“

Der Gemeinderat einigte sich darauf, dass Archivar Pfannes mit der Gemeindeverwaltung das Thema aufbereiten soll. Mögliche Standorte sollen vorgeschlagen, Kosten eruiert werden. In der Geschichte der abgerissenen Gebäude, die einst eine große Bedeutung für Maisach hatten, soll Pfannes bei seiner Voruntersuchung vorerst bis ins Jahr 1980 zurückschauen. Denn damals wurde das Waldschlössel in Gernlinden abgerissen. Die 1903 von Xaver Heinzinger errichtete Wirtschaft, im Volksmund Waldschlössel genannt, musste Platz machen für das heutige Bürgerzentrum.

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