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Und ab ins Wasser: Der Ritter der TSG (rechts) hat seine Lanze gut eingesetzt, der Kontrahent vom Team SC Maisach 1 kippt gleich ins Wasser. Der Regen in den Tagen vor der Veranstaltung hatte den Pegel der Maisach ansteigen lassen, so dass die Badehosen-Ritter relativ weich im Nass landeten – und nicht in einem Matsch-Rinnsal.

Erstes Fischerstechen in Maisach

Das Duell der Ritter in Badehose

Premiere in Maisach: Erstmals hat an der Wiese neben dem Freibad ein Fischerstechen stattgefunden. Die Teilnehmer und das Publikum hatten viel Spaß, eine Wiederholung der Veranstaltung ist angedacht.

Maisach – Die Veranstalter von der CSU hatten ihr Bürgerfest an die Maisach verlegt, um dort eine Show im Wasser bieten zu können. Das Fischerstechen geht bis ins Mittelalter zurück und wurde von Fischern in Anlehnung an die klassischen Ritterturniere veranstaltet. Das bekannteste Turnier dieser Art findet alle vier Jahre in Ulm statt, aber auch in Türkenfeld kommt es regelmäßig zum Wettkampf auf dem Wasser. Ziel ist, den Kontrahenten von einer Plattform am Bug eines Boots mit einer abgerundeten Lanze ins Wasser zu stoßen. Ein eigens erdachtes Regelwerk verbietet Schwünge und Tiefschläge.

Früher gab es Burschenwettkämpfe – die Tradition ist aber eingeschlafen

Die Zuschauer saßen am Ufer der Maisach. Während die Kontrahenten auf ihre Boote stiegen, wurden sie von Fans und Angehörigen angefeuert.

CSU-Ortschef Christian Kemether sagt: „Früher traten regelmäßig Vereine in traditionellen Burschenwettkämpfen gegeneinander an. Doch das ist leider irgendwie eingeschlafen.“ Jetzt probiere man mit dem Fischerstechen etwas Neues aus.

Die Zuschauer saßen am Rand der Arena, also in diesem Fall am Ufer der Maisach. Während die Kontrahenten auf ihre Boote stiegen, wurden sie von Fans und Angehörigen angefeuert. „Glücklicherweise ist die Maisach durch die Regenfälle der letzten Tage etwas gefüllt. Anfang der Woche war der kleine Fluss eher ein matschiges Rinnsal“, berichtete Kemether. Der Pegel stieg auf gute 1,20 Meter, so dass ein Sturz in die Fluten sanft vonstatten ging. Doch im ersten Halbfinale zwischen der TSG und dem SC war das nicht entscheidend. Denn nach mehrmaligem Anrudern gelang es keinem Team, den Gegner ins Wasser zu befördern – und so gab es das erste Unentschieden des Tages, was das Publikum mit einigen Buh-Rufen kommentierte.

Reise und Freibier für die Sieger des Maisacher Fischerstechens

Insgesamt waren zehn Vereine sowie einige Feuerwehren angetreten. Nach der Gruppenphase ging es für die letzten sechs Teams um alles. Gewonnen hat schließlich die TSG Maisach vor der Blaskapelle Maisach. Dritter wurde die Feuerwehr Rottbach, unglückliche Vierte wurden die Jungs der Feuerwehr Überacker. Das TSG-Team erhält eine Bildungsreise nach Berlin, der zweite und dritte Platz wurde mit 50 und 25 Litern Freibier von der Brauerei Maisach prämiert.

Für die CSU war das Event ein Erfolg: Wenn die Wettkämpfe begannen, waren die Bierbänke auf der Wiese verwaist – alle wollten am Ufer zuschauen. „Ich denke, wir werden das nächstes Jahr wiederholen“, sagte Kemether gegen Ende des Wettkampfes. „Wir müssen mit den Vereinen reden, was wir besser machen können, aber ich glaube, es hat allen Spaß gemacht.“

von Tom Eldersch

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