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Als Hippies mit VW-Bus waren die Faschingsfreunde Gernlinden gekommen.

Faschingszug

Globaler Gernlindner Gaudiwurm

Bundes- und Weltpolitik war beim Gernlindner Faschingszug sichtbarer als Lokalpolitik. Kein Wunder, hatte doch die globale Lage die deutlichsten Auswirkungen auf den Gaudiwurm: Die Sicherheitsvorkehrungen waren so streng wie wohl noch nie.

Gernlinden – So entspannt dürften Maisachs und Gernlindens Lokalpolitiker selten einem Faschingszug zugesehen haben. Nur ein paar Wagen und Fußgruppen widmeten sich lokalen Themen. Am auffälligsten trat die Heimatbühne Gernlinden auf. Sie servierte die im Ortsteil fehlenden frisch aufgeschnittenen Wurst- und Fleischwaren an einem Stand: „Gernlinden hat koan Metzger mehr. Doch nimma lang, kimmt’s Metzger-Wagerl her.“


Kilometermäßig gesehen viel weiter weg, aber doch so nah, lag das Hauptthema: Der amerikanische Präsident Donald Trump beherrschte die Szenerie. Er selbst hätte wohl die Ironie als „Fake News“ bezeichnet. Doch die rund 4500 Zuschauer – eine Schätzung der Veranstalter – hatten viel Spaß. Ob als überdimensionaler Trump-Tower der Gernlindener Feuerwehr oder die in einer Fußgruppe mitlaufende Freiheitsstatue, die beklagte: „Ich nehm reißaus, denn Trump sitzt im Weißen Haus“ – die Narren hatten den neuen Präsidenten im Visier. Auch die Haberfeldtreiber hatten sich dieses Themas angenommen: „Make the wonderland great again.“

Eher dezent nahm der Schützenverein Frisch Auf Graßlfing die Bundespolitik aufs Korn: Clown Dobrindt, Seiltänzerin Ursula und Bundeskassier Schäuble waren mit von der Partie.

Einige Wagen passten gerade noch so durch die Straßen und hatten an manchen Stellen nur wenige Zentimeter Abstand von den Zuschauern. Doch die Ordnungsdienste der einzelnen Wagen hatten alles im Griff.

Deutlich sichtbar war die Polizei, mehrere Beamte wachten schwer bewaffnet über den Zug. Wie im Vorfeld von den Organisatoren des Gernlindener Ortskartells angekündigt, war räumlich weit im Vorfeld kontrolliert worden. Accessoires, die zur Kostümierung gehörten, aber als Schlaginstrument taugen konnten, wurden den Besuchern ohne Wenn und Aber abgenommen.

Bunt und einfallsreich wie immer: die Gernlindner Ladykracher als pinkfarbene Einhörner.

Erstmals in der 70-jährigen Geschichte des Gernlindener Zugs wurde auf eine Bewertung der Teilnehmer verzichtet. Die Wagenbauer und Fußgruppen hatten sich dennoch ins Zeug gelegt. Und so kam Lob von den Nachbarn aus Olching: „Wir gratulieren den Gernlindnern zu ihrem großen Fasching“, schallte es von Olchinger Wagen.

Die besten Bilder vom Gernlindener Gaudiwurm

von Hans Kürzl

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