Jubiläum

Feuerwehr Rottbach wird 125 Jahre alt

Schon vor mehreren Jahrhunderten halfen sich die Rottbacher bei Feuer gegenseitig. Aber erst durch die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr wurde die Arbeit professioneller. Heute ist die Truppe stolz auf 125-jähriges Bestehen.

Rottbach– Als die Notwendigkeit einer geordneten Hilfeleistung bei Bränden und Unglücksfällen immer größer wurde, entschied die Gemeinde Rottbach 1892, eine Löschmaschine zu kaufen. „Damals zahlte man dafür nur 1260 Mark“, erzählt Georg Niederreiter. Er ist – genauso wie sein gleichnamiger Sohn – Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, die noch im selben Jahr gegründet wurde. Heuer wird 125-jähriges Jubiläum gefeiert.

Zur Gründungszeit zählte die Wehr noch 29 Mitglieder. Heute sind es 50 Aktive. Eine Zahl, auf die die Rottbacher Feuerwehrleute durchaus stolz sind. „Das ist schon beachtlich, für so eine kleine Ortschaft“, sagt Niederreiter Senior und fügt an: „Die Mitgliederzahl steigt stetig.“

Zu den Einsatzkräften gehören auch zwei Frauen. „Es wird immer häufiger, dass Frauen bei der Feuerwehr aktiv sind. Das ist nicht nur bei uns so“, erklärt der 54-Jährige. Die Akzeptanz der männlichen Kollegen sei groß, so der hauptberufliche Zimmerer. Bereits während des Zweiten Weltkriegs übernahmen Frauen die Aufgaben der Feuerwehr. Alleine das Amt des ersten Kommandanten war dazumal von einem Mann besetzt. „Die Kerle waren alle im Kriegseinsatz. Darum mussten die Frauen löschen, retten und Tote bergen“, erzählt der Aktive.

Da die erste Löschmaschine nach 33 Jahren im Einsatz erhebliche Mängel aufwies, kaufte man 1959 eine neue Tragkraftspritze. „Die ist immer noch in unserem Besitz. Sie wird aber nicht mehr verwendet“, sagt Niederreiter. Nur sechs Jahre später habe man in Rottbach eine zentrale Wasserversorgung gebaut, so der Fahrzeugführer. „Das hat die Löschwassersituation damals erheblich verbessert“.

Seit 2009 ist die Wehr im Besitz eines Löschfahrzeugs mit Atemschutzausrüstung. „Vier Atemschutzgeräte befinden sich im Mannschaftsraum. Die können wir schon während der Fahrt anlegen“, erklärt Georg Niederreiter junior. Mit dem neuen Fahrzeug sei die Feuerwehr technisch deutlich besser ausgestattet. „Wir haben 1000 Liter Wasser dabei und 500 Meter Schlauchmaterial“, sagt der 20-Jährige. „Wenn es nötig ist, können wir uns zusätzlich noch durch nahegelegene Weiher versorgen.“

Untergebracht wird das Feuerwehrauto an der Deisenhofener Straße. Für die Niederreiters durchaus ein praktischer Ort. „Wir wohnen gleich nebenan.“ Seit dem Bau 1986 gibt es hier einen Fahrzeugstellplatz, ein Unterrichtszimmer sowie ein Büro. Trotzdem reicht der Raum nicht aus. „Das Haus ist viel zu klein. Wir möchten vergrößern, aber da spielt auch Geld eine entscheidenende Rolle.“

Großeinsätze sind in der kleinen Gemeinde selten. Trotzdem gibt es einige Brände, die den Rottbachern in Erinnerung geblieben sind. So etwa der Stallbrand bei Michael Pschorr 1920. „Für den Stadel hat die Wasserversorgung noch ausgereicht. Aber beim Nachbarhaus musste man zum Kühlen auf die umliegenden Odelgruben zurückgreifen“, so Stefan Pfannes. „Das hat noch tagelang gestunken“, erzählt der Maisacher Archivar schmunzelnd. Bei einem anderen Brand im Jahr 1923 feierte die ganze Mannschaft beim Veteranenfest. „Da war bestimmt keiner mehr nüchtern.“

Neben dem Löschen von Feuer und der Hilfeleistung gehört für die Kameraden auch das Ausrichten von Festen zum Programm. „Wir veranstalten jedes Jahr ein Dorf- und ein Feuerwehrfest“, sagt Niederreiter junior. Außerdem gäbe es traditionell zwei Wattturniere jährlich, so der Rottbacher. „Damit kommt auch immer ein bisserl Geld rein.“ Hin und wieder stehen auch echte Highlights an – so wie die 125-Jahr-Feier in diesem Jahr. (amü)

Das Festprogramm

Am Freitag, 16. Juni, wird das Festwochenende mit einer heißen Party und der Band „Sternenfänger“ eröffnet. Einlass ist ab 19 Uhr. Der Eintritt kostet sieben Euro. Weiter geht es am Samstag, 17. Juni, mit dem Einzug der Ortsvereine. Ab 20 Uhr (Einlass 18 Uhr) sorgt das „Tiroler Echo“ für Stimmung. Vorverkaufskarten gibt es für je zwölf Euro beim Backshop in Einsbach (Kreis Dachau), im Gasthaus Heinzinger in Rottbach, in der Holzhandlung Göttler in Prack und bei der Sparkasse Maisach. An der Abendkasse kosten die Karten je 14 Euro. Das Programm für Sonntag, 18. Juni, beinhaltet einen Weckruf um sechs Uhr, den Empfang der Vereine um acht Uhr, einen Gottesdienst um 10 Uhr und den Festumzug und Fahneneinzug mit der Gruppe „Hüttenpower“ ab 14 Uhr. Das Gründungsfest findet am Ortsrand in Richtung Zötzelhofen/ Prack statt

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