Ständig ist ihr Gartenzaun kaputt

Flüchtige Autofahrer nerven Maisacherin

Immer wieder wird der Gartenzaun der Maisacherin Sabine Schuhbauer von Auto- oder Lkw-Fahrern demoliert. Immer wieder bleibt sie auf dem Schaden sitzen. Die 70-Jährige ist verzweifelt und denkt nun sogar darüber nach umzuziehen.

Maisach – Eigentlich wollte Sabine Schuhbauer (70) zum Zahnarzt, als sie vor ihrem Haus von einer Autofahrerin angesprochen wurde. „Haben Sie schon einmal Ihren Zaun angesehen?“, fragte die Unbekannte. Schuhbauer schaute nach – und war schockiert. Ein 1,50 Meter hohes Loch klaffte in der Zaunecke, zwei Latten und ein Pfahl waren schwer beschädigt. Sie schaltete die Polizei ein.

Der Täter flüchtete, niemand beobachtete den Vorgang. Auch die Polizei fand keine Hinweise. Schuhbauer weiß nur: „Die Zeitungsausträgerin ist sich sicher, dass der Zaun um 4.30 Uhr noch in Ordnung war. Um 8.30 Uhr bemerkte die Autofahrerin den Schaden.“

Wegen der Höhe des Lochs geht die Polizei von einem großen Auto aus, das den Zaun rammte. Die Kurve ist eng, kommt ein breiter Wagen entgegen oder schneidet der Gegenverkehr die Kurve, müssen die Autofahrer oft auf das Beet vor Schuhbauers Zaun ausweichen. Dadurch entstanden schon öfter Schäden am Zaun. Auch dieses Mal deutet die Richtung der Splitter auf eine zu eng gefahrene Kurve hin. Auf dem Beet vor dem Zaun sind Reifenspuren zu erkennen. Die Polizei kann diese wegen der damaligen Kälte aber nicht auswerten.

Schuhbauer schätzt den Schaden auf rund 1000 bis 1500 Euro. Als ihr Mann noch lebte, tauschte er regelmäßig Latten selbst aus. Heute muss sie für alles die Handwerker holen. „Wir bleiben immer auf einem Teil der Kosten sitzen“, sagt sie. „Das ist ärgerlich.“

Schuhbauer hat Erfahrung: Vor ihr liegt ein Hefter voller Rechnungen für Reparaturen fremdverursachter Schäden. Weil die Schuhbauers früher das Familiengeschäft aus dem Haus führten, mussten sie die Finanzen sorgfältig dokumentieren. Gerade blickt Schuhbauer auf zwei Rechnungen aus dem Jahr 2011, jeweils über 1000 Euro. „Als hier große Lkw entlang kamen, gab es regelmäßig Schäden“, erinnert sich ihr Sohn Harald Schuhbauer (38). „Damals fuhren 33-Tonner durch die Kurve. Für die war es viel zu eng, Unfälle vorprogrammiert.“

2009 begrenzte die Gemeindeverwaltung das Gesamtgewicht der Autos in der Josef-Sedlmayr-Straße auf 7,5 Tonnen. Die Probleme nahmen ab. Ganz gelöst wurden sie nicht. SUVs, Lieferwagen und die Müllabfuhr müssen weiterhin durch die Kurve, die bei Gegenverkehr schon für Pkw eng ist. „Dafür habe ich volles Verständnis“, beschreibt Harald Schuhbauer das Dilemma der Familie. „Wir bestellen alle gerne im Internet und die Pakete müssen geliefert werden. Andererseits würden wir uns freuen, wenn unser Zaun heil bleibt.“

Eine perfekte Lösung für dieses Problem fällt auch dem 38-Jährigen nicht ein. Eine Einbahnstraße ist wegen der nahe gelegenen Schule nicht möglich.

Sabine Schuhbauer denkt nach der jüngsten Fahrerflucht darüber nach, umzuziehen. „Ich habe mich schon auf eine andere Wohnung beworben“, sagt sie. „Ganz will ich das Haus aber noch nicht aufgeben. Das haben mein Mann und ich uns schließlich hart erarbeitet.“ Sie hofft auf die Rücksicht der Autofahrer. „Unfälle passieren“, meint sie. „Man sollte nur nicht fliehen. Sonst macht man es den Geschädigten unnötig schwer.“ (Christian Masengarb)

Rubriklistenbild: © Masengarb

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