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Forstwirt Peter Hofner (v.l.) führte im Beisein von Projektmanagerin Insa Forstreuter und WBV-Geschäftsführer Paul Högenauer durch seinen Vorzeigewald. 

Klimawandel

Forstwirt macht Wald fit für die Zukunft

Maisach - Forstwirt Peter Hofner ist ein Vorreiter. Als einer der ersten hat er seinen Wald zum Schutz vor dem Klimawandel umstrukturiert. Seinen Fichtenbestand mischt er mehr und mehr mit zukunftsfähigen Baumarten. 

Peter Hofner baut um – jedoch nicht sein Haus oder den Garten. Der 51-jährige Landwirt aus Rottbach gestaltet einen ganzen Wald neu. Ein Grund ist der Klimawandel, der auch die Wälder im Brucker Landkreis beeinflusst. Hofners Wald ist sogar so vorbildlich bewirtschaftet, dass er vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) zum Vorzeigewald erklärt worden ist. „Schon mein Opa hat in unserem Forst verschiedenes ausprobiert“, sagt Hofner bei einer Begehung seines Waldes. 

Etwa 50 Waldbauern und Interessierte lauschen den Erklärungen des Landwirts, der auch Vize-Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (WBV) Fürstenfeldbruck ist. So habe sein Großvater den großen Fichtenbestand unter anderem mit Douglasien gemischt – was sich bewährt habe. Auch der 51-Jährige setzt nun auf Misch- anstatt auf Monokulturen. Das schütze den Forst vor klimatischen Extremen und Schädlingen. Familie Hofner besitzt rund 24 Hektar Wald. Nach wie vor machen Fichten einen Großteil des Baumbestands aus. In einem Forst, der zwischen dem Maisacher Ortsteil Rottbach und Wenigmünchen liegt, schlägt Hofner aber einen anderen Weg ein. Dort pflanzt er seit ein paar Jahren junge Tannen und Buchen. Auf diese Weise startet er eine sogenannte Naturverjüngung seines Waldes. 

Die Buchen und Tannen pflanzt Hofner gezielt am westlichen Waldrand, also der Wetterseite. „Fichten sind Flachwurzler, die Wurzeln der Buchen gehen tiefer ins Erdreich“, so Anita Ottmann vom Forstrevier Fürstenfeldbruck. So würde der Wald stabiler – was angesichts der immer häufiger auftretenden Stürme wichtig sei. Auf der restlichen Fläche wird auch mit Ahorn, Eichen und Birken gearbeitet, sagt Ottmann. Ottmann ist bei der Begehung ebenso dabei wie Paul Högenauer (Geschäftsführer WBV Fürstenfeldbruck), Ludwig Märkl (Vorsitzender WBV Fürstenfeldbruck) und Insa Forstreuter (Projektmanagerin). Sie erläutern den Zuhörern wichtige fachliche Details. Um die Sprösslinge gegen Wildverbiss zu schützen, hat der Landwirt einzelne kleinere Flächen mit einem gut eineinhalb Meter hohen Drahtzaun umgeben. Denn Rehe hätten es vor allem auf die jungen Setzlinge abgesehen. Ein weiterer Schutz: Hofner pflanzt die Setzlinge gezielt zwischen die bestehenden Altfichten. „In deren Schatten wachsen junge Tannen und Buchen besonders gut“, erklärt Anita Ottmann. „Denn dort wächst kein Unkraut, das ihr Wachstum behindern könnte.“ Sobald die Jungbäume groß genug sind, werden die Fichten abgeholzt, so Ottmann. Jahrzehntealte Buchen und Douglasien bleiben dagegen stehen.

 Als Samenbäume sorgen sie für natürlichen Nachwuchs. Welche Flächen er wie am besten umbaut, das weiß Hofner dank eines Pflegeplans. Erstellt hat ihn Beratungsförsterin Insa Forstreuter, die beim Brucker AELF ein Projekt zum Waldumbau leitet. Forstreuter analysiert Wälder und dokumentiert individuell, wo etwas verändert werden soll. Der Plan ist kostenlos und unverbindlich. „In unserem Wald machen wir etwas ähnliches, aber Peter Hofner ist deutlich engagierter“, sagt der Rottbacher Helmut Schmutz. Das Waldstück des 55-Jährigen würde direkt an das von Hofner angrenzen. „Unser Wald profitiert von seiner Arbeit.“ (rm)

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