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Im Freibad stehen Sanierungsarbeiten an.

Korrosion

Freibad Maisach: Ein neues Becken muss her

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
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Die Korrosion des alten Edelstahlbeckens, Baujahr 1984/85, ist nicht mehr aufzuhalten: Im Maisacher Freibad muss ein neues Becken gebaut werden. Das soll ab Herbst 2021 geschehen und wird die Gemeinde mindestens eine halbe Million Euro kosten.

Maisach – Im Gemeinderat präsentierte Dirk Hartisch vom beauftragten Ingenieurbüro die Ergebnisse der Beckenuntersuchung. „Sie hatten lange Ruhe und ein sehr schönes, pflegeleichtes Becken“, sagte er zu den Ratsmitgliedern. Damals, beim Bau, sei das Becken, ausgeführt in einem speziellen Edelstahl, das erste seiner Art in Deutschland gewesen. Das Material habe sich lange bewährt. Aber nun, nach einer Nutzung von 35 Jahren, sei man am Ende angelangt – eine Sanierung nicht mehr möglich.

Vor zehn Jahren zeigten sich erste Schäden am Boden des Beckens. Laut Hartisch immer dort, wo Edelstahlbahnen zusammengeschweißt worden waren. Seit fünf Jahren ist auch eine Seitenwand in Mitleidenschaft gezogen. Die Fachleute untersuchten auch das Becken von außen und gruben sich dafür nach unten. Auch dort: Korrosion. Zwar war einiges zwischenzeitlich geflickt und saniert worden, doch so könne es nicht weitergehen, sagte Hartisch. Er riet dazu, in ein neues Becken zu investieren. Nach Meinung der Experten sollte es wieder aus Edelstahl sein, aber von höherer Materialqualität. „Dann haben sie noch länger Freude daran.“ Nur für das neue Becken rechnet Hartisch mit 500 000 bis 600 000 Euro. Es muss aber auch einiges bei der Technik erneuert werden.

Sondersitzung anberaumt

Welche Möglichkeiten es gibt, das will sich der Gemeinderat in einer Sondersitzung am 16. Juli von Fachleuten des Büros Krautloher erklären lassen: Das Unternehmen hatte für die Gemeinde vor einigen Jahren ein Konzept zur Gesamtsanierung des Freibads erstellt. Erstes umgesetztes Teilprojekt war das neue Kinderbecken. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) rechnet damit, dass man sogar eine zweite Sondersitzung im Juli braucht, um zu einer Entscheidung zu kommen. Hartisch betonte, dass man die Rutsche in die Planung einbeziehen müsse. Zudem sei zu überlegen, ob man in dem neuen Becken einen Erlebnisbereich schaffe und ob es die 50-Meter-Bahn brauche („Aber ich weiß: Das ist die heilige Kuh.“).

Die Zeit drängt: Die Gemeinde will aus einem neuen Förderprogramm der Regierung Zuschüsse abschöpfen. Daher soll noch im Juli ein Beschluss fallen. Dann wird der Förderantrag gestellt. Anfang 2021 könnten die Arbeiten ausgeschrieben, im Mai 2021 dann vergeben werden. Die Bauarbeiten sollen nach Ende der Saison 2021 im September starten, damit alles bis Mai 2022 fertig ist.

Eine gute Nachricht hatte Ingenieur Hartisch dann aber doch noch: Das alte Edelstahlbecken habe einen hohen Schrottwert. „Das ist ein geringer Trost, das weiß ich“, sagte er. Aber wenigstens komme dann ein bisschen Geld rein für die hohen anstehenden Investitionen.

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