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Fursty-Bebauung: Angst vor Verkehrskollaps

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Von: Helga Zagermann

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Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck mit seinen Startbahnen.
Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck mit seinen Startbahnen (Archivbild 2005). © Carmen Voxbrunner

Wie sich die Nachbarn aus Fürstenfeldbruck die zukünftige Nutzung von Fursty vorstellen, wurde im Gemeinderat Maisach besprochen. Größter Reibungspunkt bleiben die Auswirkungen beim Verkehr, wenn das Areal bebaut ist.

Maisach – Wie berichtet, will Bruck einen Planungswettbewerb starten. Wenn die Bundeswehr 2026 den Fliegerhorst verlässt, soll feststehen, wie das Areal genutzt wird. Brucks Stadtrat geht derzeit davon aus, dass Gewerbe mit rund 3000 Arbeitsplätzen und rund 1600 Wohneinheiten entstehen werden.

S-Bahn in Gernlinden

Nach zwischenzeitlichen Differenzen mit den Nachbarn aus Maisach, Emmering und Olching hatte man sich jüngst wieder zusammengerauft und will nun an einem Strang ziehen. Derzeit geht es darum, dass in Bruck der Auslobungstext für den städtebaulichen Wettbewerb vorbereitet wird. Dazu können die drei Nachbarkommunen Stellung nehmen und bis Ende des Jahres Vorstellungen für ihre Gebiete aufnehmen lassen. Das Prozedere stellten vom Brucker Rathaus Nadja Kripgans-Noisser (Projektleiterin Fliegerhorst-Konversion) und Stadtbaumeister Johannes Dachsel vor, zudem Daniel Schreyer vom Büro Hendricks & Schwartz, das man als Moderator und zur Abwicklung der Bürgerbeteiligung eingeschaltet hatte.

Vor allem die Zunahme des Verkehrs durch die Fliegerhorst-Bebauung macht den Maisachern weiter Sorgen. Besonders fürchtet man eine Überlastung des am nächsten liegenden S-Bahnhofs in Gernlinden beziehungsweise dass im Ortsteil Straßen zugeparkt werden: von Pendlern, die mit dem Auto kommen.

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Dass der Verkehr zunehmen werde, sei nicht wegzudiskutieren, sagte Dachsel. „Aber wir wollen den Verkehr steuern und nicht dem Zufall überlassen.“ Daher wünsche man sich von den Nachbarkommunen möglichst genaue Zielsetzungen, wie sie sich eine Anbindung des Fursty-Areals an den ÖPNV wünschen. Diese angepeilten Ziele werde man den Planern mit auf den Weg geben. Dachsel nannte ein Beispiel: Maisach könne angeben, dass man von Fursty nach Gernlinden keine direkte Autoanbindung wünsche – oder nur so umständlich über Umwege, dass Pendler freiwillig Bus und Bahn nutzen. Maisach könnte zudem vorgeben, dass in Gernlinden kein Park-&-Ride-Parkplatz entstehen solle.

Bisher nur Annahmen

Kripgans-Noisser sagte, man werde die verkehrlichen Auswirkungen in jedem Schritt mitdenken und immer wieder auf neue Ergebnisse reagieren. Man habe Szenarien errechnen lassen. „Das sind aber nur Annahmen.“ Bisher gehe man jedenfalls davon aus, dass die vorhandenen Verkehrswege die neuen Ströme aufnehmen könnten – Problem bleiben die Knotenpunkte, etwa an der Anbindung zur Autobahn und zur B 471. Geplant seien der Ausbau des Radnetzes und der Busverbindungen. Eine neue S-Bahn-Station und eine autonom fahrende Straßenbahn seien Zukunftsmusik.

Man wolle die Brucker Planungen nicht behindern oder verhindern, sagte Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU). Aber man müsse das Beste für den eigenen Ort herausholen. Der Gemeinderat wird sich in einer Klausur Anfang November besprechen und dann den Bruckern Rückmeldung geben.

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