Der alte Flugplatz bei Maisach. (Archivfoto)
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Der alte Flugplatz bei Maisach. (Archivfoto)

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Maisach sucht Strategie für das BMW-Gelände am alten Flugplatz

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Mehr als 350 000 Quadratmeter versiegelte Fläche liegen im Südosten des ehemaligen Militärflugplatzgeländes auf Maisacher Grund. Was damit getan werden soll, will der Gemeinderat in einer Klausur im Herbst diskutieren.

Maisach – Etwas mehr als 36 Hektar sind es, die derzeit zum Teil noch von BMW für die Driving Academy genutzt werden – alles vorbelastete Fläche. Versiegelt und nicht dem umliegenden sogenannten FFH-Schutzgebiet (Flora-Fauna-Habitat) zugeordnet. Schon länger spielt man in Maisach mit dem Gedanken, dort Gewerbe anzusiedeln.

Von einem Technologie- und Innovationszentrum ist seit Herbst 2019 die Rede. Mit dem angekündigten Wegzug von BMW im Laufe des Jahres 2024 rückt das Thema wieder in den Fokus. Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU) sieht in den bereits versiegelten Flächen eine Chance: „Wir könnten mit der Ansiedlung von Gewerbe auf bereits versiegelte Flächen gehen und müssten kein Ackerland umwandeln“, sagte er im Gemeinderat. Ein Paradigmenwechsel, wie er es nennt.

Abstimmung mit der Stadt FFB

Doch der muss zwar zügig, aber auch sorgfältig vorberaten werden, wie auch Vizebürgermeister Roland Müller (CSU) betont. Schließlich gelte es, sich auch mit der Stadt Fürstenfeldbruck über deren Pläne abzustimmen. Das Maisacher Areal grenzt direkt an die Flur der Kreisstadt.

Hartmut Hombach (Grüne) sprach sich dafür aus, ein Konzept für die Nutzung zu entwickeln, mit dem man dann auf Fürstenfeldbruck zugehen könne. Damit sprach er genau das aus, was Seidl bezweckte, als er den Punkt auf die Tagesordnung setzte. „Die Planungen in Fürstenfeldbruck gehen weiter“, sagte der Rathauschef.

Genau deshalb habe er vorgeschlagen, dass das Ratsgremium in Klausur gehen solle: um die von Hombach geforderte Strategie für das weitere Vorgehen zu erarbeiten. „Damit können wir dann auf Fürstenfeldbruck zugehen und mit gemeinsamer Sprache sprechen“, sagte Seidl weiter.

Versiegelte Fläche ist eine Chance

Peter Aust (SPD) mahnte an, bei der Konzeptentwicklung gut überlegt zu handeln. „Ich will nicht, dass in der Öffentlichkeit rüberkommt, wir hätten einfach nur ein neues Gewerbegebiet“, sagte er. Auch Gottfried Obermair (FW) wies darauf hin, dass die Konversion des Flugplatzareals ein Thema mit zwei wichtigen Punkten sei – des Wohnungsbaus und der Schaffung von Arbeitsplätzen. „Das muss man gemeinsam mit allen Beteiligten diskutieren“, sagte er.

Seidl sieht in den versiegelten Flächen eine Chance, auf etwaige Anfragen von Betrieben vorbereitet zu sein – um eben nicht mehr auf Ackerflächen gehen zu müssen, wenn ein Unternehmen sich für einen Umzug nach Maisach entscheidet. Auch bei der Verkehrserschließung sieht der Rathauschef Vorteile durch die Versiegelung. So könnten bereits vorhandene Verkehrsanlagen genutzt werden.

Eine künftige Versorgung des Gebiets mit Kanal, Wasser. Strom und Digitaltechnik erscheint laut Seidl wirtschaftlich machbar. Alles weitere soll nun in einer Klausur im Oktober diskutiert werden.

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