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Eine Busfahrt, die ist schön: Die Fußballer aus Überacker lassen sich im alten aber liebevoll restaurierten Bus zu Auswärtsspielen chauffieren.  Dann dürfen allerdings nur neun Personen mitfahren.

Wie die Profis

Fußball-Oldies fahren im eigenen Teambus

Maisach - Das hat Stil: Statt in Autos wie jede andere Hobby-Mannschaft, lassen sich die Alten Herren (AH) von Rot-Weiß Überacker im farblich passenden Bus zu Auswärtsspielen chauffieren. In dem guten Stück aus der DDR steckt viel Arbeit – und vor allem Herzblut. Auch einen Namen hat es.

Zugegeben, er ist nicht ganz so luxuriös, wie der schwarze Bus der Nationalelf. Und nicht ganz so groß. Doch die Oldie-Fußballer von Rot-Weiß Überacker sind maßlos stolz auf ihr selbst hergerichtetes Gefährt. Schon seit einiger Zeit sind die Männer Eigentümer des Robur-Busses – Baujahr 1978, 75 PS, gebaut in der ehemaligen DDR.

Die Männer von Rot-Weiß Überacker kann keiner mehr übersehen. Unter der Windschutzscheibe ist ein Schild montiert, auf dem "Robby" steht.

Und wenn sie zu Auswärtsspielen fahren, heißt es: „Dürfen wir vorstellen? Robby, der Bus.“ Und er ist ein zuverlässiges Schätzchen, der Robby. „Im Stich gelassen hat er uns bisher nicht“, erzählt AH-Manager Hans Ernst. Der Bus bringt die Männer zuverlässig zu jedem Kick. Bis der Robby allerdings so fit war, hat es ganze eineinhalb Jahre gedauert. 2200 Arbeitsstunden investierten die Alten Herren. Man traf sich in einer Lagerhalle. Dann hieß es: Werkeln, aber bitte mit viel Präzision.

Die Idee entstand eigentlich aus einer Laune heraus. „Als wir vor zwei Jahren nach dem Training auf unserer Terrasse am Vereinsheim saßen, warf einer die Frage in die Runde: warum schaffen wir uns nicht einen Mannschaftsbus an?“ Der erst nicht ganz ernst gemeinte Satz wurde an dem Abend kräftig diskutiert. Und im Anschluss recherchierte Überackers AH-Manager im Internet. Stichwort: Alter Bus.

Schließlich wurde er fündig. Im niederbayerischen Bad Griesbach bot jemand einen abgemeldeten Bus ohne TÜV für 3500 Euro an. Also ging es für die Überackerer auf nach Griesbach. Vor Ort machte der Robur einen jämmerlichen Eindruck, so ramponiert wie er war. Doch die Oldies gaben ihm eine Chance. Sie kauften den Wagen und schleppten ihn nach Überacker – fahrbereit war das gute Stück zu diesem Zeitpunkt nicht.

So sah der Bus der Marke Robur aus, bevor sich die Alten Herren seiner annahmen.

Finanziert haben die Männer ihren Traum über den Verkauf von Anteilsscheinen. 100 Stück davon – je im Wert von 100 Euro – wurden unter den 34 AH-Kickern verkauft. Am Ende kamen 10 000 Euro zusammen. „Das Geld konnten wir in den Bus investieren. Denn es musste ja alles hergerichtet werden. Die Sitze mussten überzogen werden, neue Fenster waren erforderlich, die gesamte Technik und Elektrik musste repariert werden“, sagt Ernst. Zum Glück fand sich unter den Fußballern für jeden Fall ein Fachmann. Dadurch konnte der Robur komplett in Eigenregie hergerichtet werden. Am Ende bekam das gute Stück aus Überacker noch eine spezielle Lackierung – natürlich in rot-weiß. Und ein Namensschild mit „Robby“ auf die flache Schnauze. Die Jungfernfahrt machten die Alten Herren heuer im Januar, als sie zu einem gemeinsamen Essen nach Oberbachern (Bergkirchen) aufbrachen. Allerdings ist der Bus nun nur für neun Passagiere zugelassen. Das ursprüngliche Modell hatte 21 Sitzplätze. „Wir haben uns beim Umbau für neun entschieden, so dass jeder mit dem normalen Führerschein den Bus steuern kann“, berichtet Ernst. Dafür hat der Bus eine Küche und einen Kühlschrank. „So gibt es immer ein kaltes Robby-Bier.“

von Dieter Metzler

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