„Wir verstehen uns gut“: Kerstin Greifenstein und Clemens Monninger auf der „ökumenischen Brücke“, die die evangelische und katholische Jugend im Pfarrgarten gebaut haben.

Evangelische Kirche

Gemischtes Doppel teilt sich eine Pfarrstelle

Maisach - Wenn Zwei sich eine Pfarrstelle teilen, ist das meistens ein Ehepaar. Dass das nicht immer so sein muss, beweisen Kerstin Greifenstein und Clemens Monninger. Die beiden sind sozusagen zusammen ein Pfarrer.

Die beiden frisch ordinierten evangelischen Geistlichen haben vor wenigen Wochen gemeinsam die zweite Pfarrstelle im Sprengel Olching-Maisach angetreten. Für beide eine ideale Konstellation – und in Maisach freut man sich, dass die seit einem dreiviertel Jahr vakante Stelle wieder besetzt ist.

„Wir wurden sehr freundlich aufgenommen“, sagt Kerstin Greifenstein. „Der erste Monat hat wirklich Spaß gemacht.“ Auf die 40-Jährige und ihren 36-jährigen Kollegen ist eine Menge eingestürmt in diesen Wochen: neue Aufgaben, neue Gesichter, und neben dem kirchlichen Tagesgeschäft zahlreiche Anfragen von ehrenamtlichen Gruppen, die sich seelsorgerische Begleitung wünschen. Clemens Monninger schwärmt von den ersten Begegnungen mit „aufgeschlossenen und sehr engagierten Menschen“.

Maisach als Zuzugsgebiet mit vielen jungen Familien steht in krassem Gegensatz zu München-Hasenbergl, wo er sein Vikariat absolviert hat. „Die Gemeinde dort ist überaltert und schrumpft.“ Ebenso wie seine Kollegin kam er auf Umwegen zum Pfarrberuf. Kerstin Greifenstein arbeitete früher im Bereich der wissenschaftlichen Theologie an der Universität, Monninger war nach seinem Studium zunächst einige Jahre Lehrer für Deutsch als Fremdsprache.

Greifenstein hat die Dörfer des Sprengels bereits mit dem Fahrrad erkundet. Mit dem Kollegen ist sie zuständig für Maisach, Gernlinden und das Umland bis einschließlich Egenhofen. Sie hat sich mit ihrem Mann und den zwei 15 Monate und fünf Jahre alten Söhnen im Pfarrhaus eingerichtet. Auch Monninger ist nach Maisach gezogen.

Wie das gemischte Doppel sich die Aufgaben aufteilen wird, muss sich erst noch ergeben. Fest steht aber, dass sich Kerstin Greifenstein um die Bereiche Kinder und Familie kümmern wird, während ihr Kollege für Jugend, Konfirmanden und Kirchenmusik zuständig ist. Der 36-Jährige ist selbst passionierter Musiker, spielt Klavier, schreibt Songs, hatte seine eigene Band und will demnächst eine neue gründen. Seine Musikrichtung beschreibt er als eine Mischung aus Rock, Pop und Jazz ohne explizit christliche Ausrichtung. „Die Band ist für mich Ausgleich und Gegengewicht“, erzählt der Pfarrerssohn, der mit vier Geschwistern bei seinem früh verwitweten Vater aufwuchs.

 Das Interesse an der Musik ist auch der Grund, warum er sich explizit um eine halbe Stelle bewarb. „Mir ist es wichtiger, Dinge in Ruhe tun zu können, als viel Geld zu verdienen.“ Für Kersten Greifenstein kam wegen ihrer kleinen Kinder ebenfalls nur eine halbe Stelle in Frage. Gekannt hat sie Clemens Monninger zuvor nur flüchtig, doch schon jetzt ist klar, dass die beiden harmonieren. „Wir verstehen uns gut, unsere Absprachen klappen problemlos.“

von Ulrike Osman

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